Apr 18

Iris Rutz-Rudel stellte das Thema der 32. Weinrallye: Pinot Noir – Spätburgunder sollte es sein. Nachdem die letzten Weinrallyes von der Beschaffung (Schweizer Weine, Naturwein) oder aber der Geschichte her (Faszination Wein) gar nicht so einfach waren, scheint dieses Thema doch machbar zu sein.

Blauburgunder aus der Schweiz

Was sich als Trugschluss heraus stellte: eigentlich hatte ich für meinen Beitrag einen Wein aus der Schweiz ausgeguckt, den Malanser Blauburgunder von Louis Liesch. Kollege Dominik hatte mich neugierig gemacht auf den Wein – mein Arbeitgeber Delinat vertreibt den zwar, aber ich hatte noch nicht das Vergnügen gehabt, ihn zu verkosten. So nahm ich mir denn bei meinem letzten Aufenthalt in St. Gallen eine Flasche mit.

Fussball und Wein geht nicht zusammen

Aber – das Vergnügen sollte mir verwehrt bleiben: als ich letzte Woche nach dem Fussballtraining nach Hause kam, fand ich Frau und Schwägerin am Tisch sitzend vor – zwischen sich eine geöffnete und fast geleerte Flasche Malanser Blauburgunder! Nach beider Aussage ein sehr feiner Wein; ich aber kann der Verbindung Sport und Wein nichts abgewinnen (im Gegensatz zu anderen Blogger-Kollegen), öffnete eine Flasche Bier und freute mich am Genuss der beiden.

Pinot Noir – entspannt geniessen

Den Malanser Blauburgunder findet man aber sehr schön bei Dominik beschrieben – inklusive Informationen zum Anbaugebiet Bündner Herrschaft und zum Winzer-Ehepaar. Heute Abend werde ich trotzdem die Weinrallye würdigen und eine schöne Flasche Pinot Noir von Dirk Würtz öffnen. Winzer und Wein sind im WeinWeb nahezu omnipräsent – daher werde ich mir die Beschreibung beider ersparen und ganz entspannt geniessen!

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Feb 22

So, nun ist auch der Beitrag von Iris Rutz-Rudel vom Weingut Lisson eingetrudelt, und ich kann mit der Zusammenfassung der 30. Weinrallye beginnen!  Iris’ Beitrag war mir wichtig, denn ich weiss, dass ihr das Thema am Herzen liegt, und sie sich schon lange intensiv damit befasst. 18 Beiträge sind es bei dieser 30. Weinrallye, darüber freue ich mich sehr. Ob des nicht einfachen Themas hatte ich mit weniger gerechnet – wenn auch nicht, wie Thomas Lippert es auf Twitter formulierte, mit der “kleinsten Weinrallye der Welt“.

Was ist nun also Naturwein? Vielfältige Begriffsdefinitionen gab es zu lesen: von der These, Naturwein gebe es gar nicht, da Wein per se ein Kulturgut sei, bis zu genauen Anforderungen. Hans-Peter Schmidt schlug vor (ebenfalls auf Twitter), den Begriff von “Naturwein” zu “naturbelassener Wein” zu ändern – ein nachvollziehbarer Vorschlag, wie ich finde. Als Kriterien wurden im einzelnen genannt:

  • ökologischer Anbau der Trauben, nach Möglichkeit bio-dynamisch
  • Verwendung von Rebsorten, die in die Region passen
  • Handlese
  • ganzheitliche Betriebsstruktur
  • Spontanvergärung
  • Verzicht auf die Nutzung von Behandlungsstoffen in Kellerwirtschaft und Weinbau
  • gering- oder unfiltrierte Abfüllung

Diese Punkte dürften die Zustimmung der meisten Teilnehmer finden. Umstrittener war der Einsatz von Schwefel: gar kein Schwefel im Naturwein? Oder sind geringe Mengen erlaubt? Das könnte auch abhängig von Region und Weintyp sein. Weitere Meinungen:

Thomas Lippert zitierte den Lyriker Mikel in seinem Beitrag, der fragte:

“ein Naturwein ist ein Wein in der Natur getrunken?”

Die einfachste und wohl radikalste Definition stammt von Hans-Peter Schmidt, der meint: “Naturwein ist ein Wein aus Trauben, frischer Luft, und sonst nichts.” Was nicht heisst, dass der Winzer im Keller entbehrlich ist, um einen (trinkbaren) Naturwein zu produzieren:

“Einen Naturwein zu keltern heißt ja nicht, anything goes. Es gehört Kunst dazu. Wissen, Gefühl. In der Natur liegt das Scheitern nahe. Das ist wie im Leben.”

Dem hält Bernhard Fiedler entgegen:

“Für mich ist Wein – wie ‘puristisch’ er auch immer gekeltert worden sein mag – kein Naturprodukt, sondern eine kulturelle Leistung.”

Naturwein oder naturbelassener Wein scheint also ein Thema zu sein, dass der Diskussion bedarf. Ich freue mich, wenn diese Weinrallye ein wenig dazu beitragen konnte. Was wohl Konsens sein dürfte: ein Naturwein ist – zumindest gegenwärtig – kein Mainstream-Wein, sondern ein spezieller Wein, der Erklärung braucht. Aber die Wahrnehmungen von Wein, die Geschmäcker und Trends können sich ändern. Wie Ecovin-Vorsitzende Lotte Müller-Pfeffer gestern im Gespräch über dieses Thema auf der Biofach sagte:

“Vor 10 Jahren wären einige Weine, die heute hochgelobt werden, als Weine mit Weinfehlern bezeichnet worden.”

Ich bin gespannt, wo die Entwicklung uns hinführt. Zur Vertiefung des Themas hier die Beiträge im einzelnen, in ungefährer chronologischer Reihenfolge:

  • Weinrallye #30 – Naturwein – vom Edekaner:
    Fritz Zickuhr fand das natürliche Vorkommen eines Battenfeld-Spanier Rieslings in seinem Weinkeller;
  • Weinrallye #30 – Naturwein von lamiacucina:
    Robert Sprenger ist der Meinung, ein verantwortungsvoller Winzer arbeite natürlich -  fand Dieter Meier und bescherte uns ein Wiedersehen mit Yello;
  • Bernhard Fiedler
    hält ein Plädoyer gegen den Naturwein, und spricht für die ordnende Hand des Winzers;
  • weinverkostungen.de
    Auch Thomas Günther leuchtet der Begriff nicht so recht ein – er verkostet einen Wein von Philipp Wittmann;
  • Mythopia Blog
    Hans-Peter Schmidt hält ein Plädoyer für naturbelassenen Wein;
  • St. Antony
    Florian Jungbauer gibt eine Begriffsdefinition als “Mittelweg zwischen modernen Arbeitsweisen, nachhaltigem Wirtschaften und hohem wissenschaftlichem Verständnis”;
  • boccafino
    Sven Ahlborn betont, dass ein Naturwein nicht einem Biowein gleich zu setzen ist und verkostet den VV 2004 von Jacqueline Bolli;
  • 2 x Baccantus – hier und hier;
    einmal die Begriffsdefinition an Hand von drei Beispielen und bei dem zweiten Link eine ausführliche theoretische Auseinandersetzung mit dem Begriff;
  • ein Gastbeitrag von Jennifer und Kevin Kelley aus Kalifornien hier auf Social Wine;
  • ein weiterer Gastbeitrag von Holger Schwarz aus Berlin;
  • ein Beitrag, der mich besonders freut: myexperience4u ist wieder da!
    Swetlana Kittke meint: “back to the nature” und verkostet einen Biowein aus Chile;
  • mein eigener Beitrag,
    eine Verkostung über 7 Tage des Clos des Martyres von der Domaine de Mythopia (s.o.);
  • “Weinrallye #30: Naturwein”
    Harald Steffens schliesst sich Bernhard Fiedler an, und sagt, Wein ist eine Kulturleistung; als Beispiel verkostet er den Steillagen-Riesling eines befreundeten Hobbywinzers;
  • “Weinrallye #30 – Naturwein” – Biowein Depot Blog
    Bernd Eck verkostet einen Regent aus der Pfalz;
  • BioFach .10 / Weinrallye Naturwein von ecowein
    Dominik Vombach suchte auf der Biofach nach einem Naturwein und verkostete dort zwei ungeschwefelte Weine;
  • Weinrallye #30 – Naturwein vom Winzerblog
    Thomas Lippert bedauert, dass die Trauben, die er verarbeitet, nicht aus ökologischem Anbau stammen – und er nur aus diesem Grund nach seiner eigenen Definition keinen Naturwein produzieren kann; er verkostet eine höchst spannend klingende 2005 Riesling TBA;
  • Weinrallye # 30: Naturwein ein Nachtrag aus französischer Sicht von Weingut Lisson – ein Winzertagebuch
    Iris Rutz-Rudel konstatiert, dass Naturwein in Frankreich schon lange ein Thema ist und führt einige Winzer auf, die für sie zu den bevorzugten Produzenten gehören.

Ich danke noch mal allen Teilnehmern für eine Weinrallye, die für mich sehr spannend war! Die nächste Weinrallye kommt aus dem Burgenland – in den nächsten Tagen wird Bernhard Fiedler Datum und Thema bekannt geben!

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Feb 17
Weinrallye

Weinrallye

Christian Schiller vom Schiller Wine Blog schickte mir diesen Gastbeitrag zur heutigen Weinrallye #30 von den Winzern Jennifer und Kevin Kelley aus Kalifornien. Jennifer und Kevin Kelley haben die Natural Process Alliance gegründet. Ein ganz interessanter Beitrag, finde ich. Sollte mir jemand in der nächsten Zeit eine Reise nach San Francisco sponsern, werde ich das Weingut unbedingt besuchen! Ich habe den Text übersetzt, man verzeihe mir die Holprigkeiten. Wer ihn im Original lesen möchte, besucht die Website der NPA:

Die Natural Process Alliance (NPA)

Die NPA wurde von uns, Jennifer und Kevin Kelley, gegründet. Mit unserem Sohn Kian im Schlepptau schuften wir in Weinbergen im nördlichen Kalifornien und im Keller in Santa Rosa. Zusätzlich zu NPA gehört uns Salinia, und wir machen Wein für Heintz, LIOCO und Spot on Cellars.

Handarbeit

Wo immer möglich, arbeiten wir von Hand und benutzen keine Maschinen. Mit Hacken, Schaufeln und Schwielen erledigen wir unsere Arbeit.

Begrünung

Reben und Begrünung zwischen den Rebzeilen treten in eine symbiotische Beziehung. Sie zieht nützliche Insekten an, kontrolliert die Erosion, lockert den Boden auf, belüftet ihn und bringt Stickstoff hinein.

Natural Winemaking

Wir streben danach, den Charakter des Terroir und des Jahrganges durchscheinen zu lassen. Unser jährliches Ziel ist es, ein Etikett zu haben, auf das wir schreiben können:

Zutaten: Trauben

Schwefel benutzen wir nur, wenn es absolut nicht anders geht, und auch dann nur in kleinen Mengen. Niemals benutzen wir: kommerzielle Hefen oder Bakterien, Enzyme, chemische oder natürliche Zusätze, tierische Produkte, Klärmittel, Filtrierung.

Verpackung und Distribution

Wir füllen den Wein in unsere Stahlflaschen ab und liefern sie unseren Partnern; die leeren Flaschen werden zum Weingut zurück gebracht und wieder benutzt. Unsere Weine sind für die San Francisco Bay Area gemacht und alle Orte innerhalb eines Radius von 100 Meilen um das Weingut herum.

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Feb 10
Weinrallye

Weinrallye

Auch Dirk Würtz – allseits bekannter “Blogggwart” und Wein2.0 – Macher (Blog, Twitter, 100 Grad Oechsle) – habe ich um eine Definition des Begriffs Naturwein gebeten. Dirk bringt durchaus neue Aspekte – die Bedeutung der Bio-Zertifizierung und die Nachhaltigkeit (mehr dazu in Dirks Blog) in Bezug auf die Produktion und den Menschen:

“Ganz grundsätzlich ist  für mich der Begriff ‘Naturwein’ sehr
vielschichtig. Zunächst bedeutet er, dass der Wein im Einklang mit der Natur
hergestellt wird. Das heißt eine Produktion im Weinberg und im Keller nach
den Richtlinien des ökologischen Weinbaus. Das Ganze sollte unbedingt
zertifiziert und unter der Kontrolle eines der hierfür zuständigen Verbände
sein. Dies ist ein wesentlicher Aspekt, um den Kunden auch eine gewisse
Transparenz und Sicherheit zu bieten.

Naturwein ist für mich aber auch ein Wein, der unter dem Aspekt der
Nachhaltigkeit hergestellt und vertrieben wird. ‘Fair made’ ist hierbei das
entscheidende Schlagwort. Diejenigen, die das Produkt oder den Rohstoff
herstellen, die Leistung erbringen, sollten dies unter menschenwürdigen
Bedingungen, mit einem ordentlichen Lohn und in einem sicheren Umfeld tun.
Alles andere ist nicht nachhaltig. ‘Fair trade’ hat sich in den Köpfen der
Konsumenten eingeprägt, ‘fair made’ noch nicht wirklich…”

Übrigens – falls es jemand noch nicht mitbekommen hat: Am Mittwoch, den 17. Februar ist Weinrallye. Jeder Leser ist herzlich eingeladen, eine eigene Definition des Begriffs Naturwein abzugeben, möglichst mit der Verkostung der praktischen Umsetzung eines Naturweins in der Flasche! Die Beiträge können im eigenen Blog veröffentlicht werden – dann bitte kurze Email an mich oder Kommentar hier im Blog. Wer kein Blog führt, dessen Beitrag veröffentliche ich gerne hier auf meinem Blog als Gastbeitrag. Regeln zur Weinrallye wie immer beim Winzerblog.

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Feb 08
Weinrallye

Weinrallye

Steffen Christmann beschäftigt sich nicht nur mit biodynamischem Anbau und produziert dabei ganz vorzügliche Weine, sondern ist auch Vorsitzender des VDP. Auf der Website des VDP kann man nachlesen, dass er nicht nur “das Eliteversprechen der Prädikatsweingüter im deutschen Weinbau durch zeitgemäße Qualitätsstandards  präzisieren” will, sondern auch folgendes: “Hoch oben auf der Prioritätenliste steht bei Christmann weiter, die Mitgliedsbetriebe für Nachhaltigkeit im Weinbau und den schonenden Umgang mit der Schöpfung zu sensibilisieren.” Es freut mich daher sehr, dass er sich die Zeit genommen hat, für die nächste Weinrallye ebenfalls seine Definition des Begriffs “Naturwein” abzugeben:

“Für mich ist Naturwein ein natürlicher Wein, der einem Weinberg entstammt, der in völliger Harmonie mit seinem Boden, Kleinklima und der örtlichen Pflanzenwelt wächst. Ein solcher Weinberg ist nach meiner persönlichen Überzeugung zumindest ökologisch oder gar biodynamisch bewirtschaftet.
Naturwein ist für mich aber auch immer noch der aus frischen Trauben ohne Zusätze gewonnen Wein, wie dies Ludwig von Bassermann-Jordan 1907 definiert hat. Also natürlich auch der Wein, der aus bestens ausgelesenen Trauben mit seiner eigenen Hefe ohne chemisch-synthetische Schönungsmittel entsteht.”

Am Mittwoch, den 17. Februar ist jede und jeder Leser herzlich eingeladen, eine eigene Definition des Begriffs Naturwein abzugeben, möglichst mit der Verkostung der praktischen Umsetzung eines Naturweins in der Flasche! Die Beiträge können im eigenen Blog veröffentlicht werden – dann bitte kurze Email an mich oder Kommentar hier im Blog. Wer kein Blog führt, dessen Beitrag veröffentliche ich gerne hier auf meinem Blog als Gastbeitrag. Regeln zur Weinrallye wie immer beim Winzerblog.

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Jan 27
Weinrallye

Weinrallye

Jetzt wird’s aber Zeit! Zeit, die nunmehr 30. Weinrallye auszurufen – das ist bereits die zweite Weinrallye, bei der ich den Gastgeber spielen darf. Das erste Mal, dass ich Gastgeber war, war bei der dritten Weinrallye – das ist inzwischen eine ganze Weile her…

Das Thema dieser 30. Weinrallye soll also “Naturwein” sein. Was ist eigentlich Naturwein? Genau das gilt es herauszufinden. Wer nach dem Begriff “Naturwein” googelt, bekommt höchst unterschiedliche Ergebnisse. Nach dem Weingesetz war die Bezeichnung Naturwein bis 1971 zulässig – für einen nicht mit Zucker angereicherten Wein; heute ist für viele Natur das gleiche wie “Öko” – so wird  Naturwein oft einfach mit einem Biowein gleich gesetzt. Andere wieder meinen damit einen Wein, der im Keller so wenig wie möglich manipuliert wurde – oder einen Wein, dessen Trauben biodynamisch angebaut wurden.

Gerade heute morgen wurde auf Twitter ein passender Link gepostet (danke @winzerblog!) – das meinen diese Herren zum Thema Naturwein (engl.):

(via Bibendum Times)

Also: was ist Eure/Ihre Definition von Naturwein? Wie schon bei der letzten Weinrallye (Schweizer Wein) sind die entsprechenden Weine vielleicht nicht ganz einfach zu besorgen – aber einfach ist es, an der Weinrallye teilzunehmen! Jeder Teilnehmer veröffentlicht seinen Beitrag am Mittwoch, den 17. Februar auf seinem Blog. Wer kein eigenes Blog schreibt, kann mir gerne seinen Beitrag per Email senden – ich veröffentliche ihn dann als Gastbeitrag hier. Das ausführliche Regelwerk gibt es nach wie vor beim Winzerblog.

Ich freue mich auf Eure/Ihre Beiträge zum Thema Naturwein – vielleicht kommen wir ja gemeinsam zu einer neuen Definition des Begriffs. Und gespannt bin ich natürlich auch auf die besprochenen Weine!

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Jan 13
Das Ithaka-Projekt - Mythopia Weingut im Wallis

Das Ithaka-Projekt: Weinberg im Wallis

Ich merke es gerade, meine Posting-Frequenz lässt zu wünschen übrig – da muss schon eine Weinrallye daher kommen, damit ich meinen ersten Blog-Artikel in diesem Jahr schreibe… Aber jetzt:

Schweizer Weine heisst das Thema, vorgegeben von lamiacucina-Robert, dessen Blog ich immer mit Vergnügen lese – und dabei hoffe, irgendwann auch einmal so viel Zeit zu haben, um so viele Gerichte mit Hingabe und Liebe zu kochen wie Robert; nur die wunderschönen Fotos – die würde ich auch mit noch so viel Zeit nicht hinkriegen: allein die Fotos machen das Lesen seines Blogs lohnenswert!

Aber zurück zum Thema: Schweizer Weine sind in Deutschland zwar schwer zu bekommen (nur 1% der Schweizer Weinproduktion werden überhaupt exportiert) – aber für mich war das natürlich eine Steilvorlage: seit Herbst letzten Jahres fahre ich regelmässig in die Schweiz, mein neuer Arbeitgeber ist Pionier, was Biowein angeht, und im Spätherbst durfte ich einige wunderschöne Tage im Wallis auf dem Delinat-Versuchsweingut verbringen.

Beste Voraussetzungen also, sollte man meinen. Tatsächlich sind aber (zumindest für den Export) im Delinat-Onlineshop nur zwei Weine aus der Schweiz erhältlich (im Schweizer Shop sind es ein paar mehr). Aber gut, da ich diese beiden noch nicht verkostet hatte, habe ich sie mir schnell kommen lassen. Gestern Abend bereits hatte ich den ersten geöffnet – und las heute nachmittag bei Roberts erstem Statusbericht von der Weinrallye: Frau Kochlöffel bestellt regelmässig bei Delinat, und hat genau die gleichen Weine für die Weinrallye vorgesehen wie ich!

2008 Solaris, Cultiva Bioweingut

Solaris Amabile 2008 - Bio-Weingut Cultiva

Aber halb so schlimm: sie hatte nur einen davon geöffnet, einen Gamay: La Devinière Gamay Satigny AOC 2008. Für diesen Wein verweise ich also einfach auf ihren Bericht, denn ich hatte gestern Abend den anderen geöffnet: 2008 Solaris Amabile, vom Cultiva Bio-Weingut. Auch wenn ich das strenge Auswahlverfahren bei Delinat mittlerweile kenne, so habe ich mir doch nicht allzu viel erwartet von diesem Wein, denn – so muss ich gestehen – ich habe ein Vorurteil gegenüber Piwi-Rebsorten (pilzwiderstandsfähige Rebsorten). Und wurde positiv überrascht: goldgelb in der Farbe, in der Nase ein ganzer Cocktail von exotischen Früchten, eine wunderbare Spannung zwischen Süße und Säure am Gaumen. Kein wahnsinnig komplexer Wein, aber einer der richtig Spass macht. So lasse ich mir die Piwis gefallen!

Ich wunderte mich dann auch nicht mehr, als ich vom Kollegen Dominik “Ecowein” Vombach diese Geschichte erfuhr: in Kooperation mit dem FiBL (Forschungsinstitut für biologischen Landbau) war ein Markttest durchgeführt worden; Weine aus konventionellen und Piwi-Rebsorten waren von Delinat-Kunden blind verkostet worden. Ergebnis: der Solaris schnitt als einer der besten Weissweine ab – trifft also offensichtlich nicht nur meinen Geschmack.

Kurze Recherche zum Weingut erbrachte: Cultiva gehört zu den ersten Biowein-Erzeugern in der Schweiz, arbeitet nach Demeter-Richtlinien und verzichtet u.a. auch auf Kupfer und Schwefel! Passt also. Ich bin neugierig geworden auf das Weingut und die weiteren (Piwi-)Weine. Danke also, Robert, für das Thema dieser Weinrallye!

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