Dez 07

Heute geht’s also los – ob all die Aktionen und Proteste etwas bewirken? Die Politik ist doch generell recht schwerfällig, wenn es um Entscheidungen geht, deren Auswirkungen über die jeweilige Wahlperiode hinausgehen. Und diese Entscheidungen gehen weit darüber hinaus – ob nun etwas fürs Klima und gegen den CO2-Ausstoss getan wird oder nicht. Ja, Frau Merkel, 2020 könnte es bereits zu spät sein…

(gefunden beim Werbeblogger)

So viele Aktionen, so viel Kreativität, so viele Prominente und Unbekannte, die sich engagieren. Liebe Politiker, wollt ihr diese gesammelte Energie wirklich verpuffen lassen? Dieses Video kursiert schon länger und drückt es gut aus (Tck Tck Tck):

Auch für die Wein-Web-Welt ist der Klimawandel schon lang ein Thema: schliesslich drohen traditionelle Sorten aus traditionellen Anbaugebieten zu verschwinden – oder sich zumindest stark zu verändern: wir müssen befürchten, dass z.B. ein Mosel-Riesling, den man heute mit prägnanter Säure, feiner Süße, Eleganz und Mineralität assoziiert, in 20 Jahren einem Neue-Welt-Riesling ähnelt – oder gar, dass der Riesling gar nicht mehr die Rebsorte ist, die die Region prägt. Unvorstellbar? Mal sehen… Weinmacher Dirk Würtz zum Beispiel sieht das noch extremer und fürchtet, dass Kaiserslautern bald Nordseehafen werden könne…

Und auch die Web-Szene wird aktiv: vor kurzem das GlobalFutureCamp in Berlin, nun plant Valentin Tomaschek ein EnergyCamp in Hamburg (via Cem Basman). In nettem Ambiente – auf dem Museumsschiff Cap San Diego im Hamburger Hafen. Hoffen wir, dass es was hilft!

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Okt 15

Dieser Artikel erscheint im Rahmen des Blog Action Day 2009. Thema in diesem Jahr ist der Klimawandel. Zum Blog Action Day schreiben tausende von Bloggern aus allen Bereichen und aus der ganzen Welt an einem Stichtag Artikel zum Thema Klimawandel. Dieses Video illustriert den Sinn des Ganzen recht gut:

Für Winzer und andere Landwirte ist der Klimawandel schon länger nicht nur ein Thema, sondern Realität. Sie sind die ersten, die die Veränderungen direkt erfahren: frühere Blüte, längere Vegetationsperioden, gehäufte Unwetter und höhere Temperaturen greifen direkt in die Arbeitsabläufe ein.

Wein und der Klimawandel haben eine spezielle Beziehung, sozusagen. Während die globalen Klimaveränderungen anderswo zum Schreckgespenst taugen, gefällt manchem Winzer die Veränderung ganz gut: höhere Temperaturen, besseres Wetter bringen reifere Trauben und einen besseren Wein, lautet die Gleichung. Und dass es im Norden Deutschlands, in England, den Benelux-Ländern oder Dänemark bislang mehr oder weniger nur Hobbywinzer gibt, könnte sich in den nächsten Jahrzehnten ändern. Wie das Weinakademie-Blog berichtet, freut sich VDP-Präsident Christmann erst mal, dass die Trauben richtig reif werden – wenn auch nicht ganz ernst gemeint. Fakt ist aber, dass auch in Deutschland zunehmend mit südlicher beheimateten Rebsorten experimentiert wird, wie Merlot oder Sangiovese.

Ist der Klimawandel für den Weinbau also zu begrüssen? Nein, auf keinen Fall. Kehrseite der Medaille ist, dass die Eigenheiten der Weinregionen verloren gehen können. Cool Climate Zonen wie die Mosel werden wärmer – dadurch verändert sich die Typizität der Weine. Das Wein-Plus Glossar listet zum Thema Klimawandel einige Veränderungen auf: höherer Wasserverbrauch durch weniger Niederschläge im Sommer, vermehrter Schädlingsbefall und Krankheiten und damit sinkende Traubenqualität. Auf Grund früher Reife mehr Alkohol und weniger Säure – für den typischen Mosel-Riesling ein Riesen-Problem! Weiter werden steigende Häufigkeit von UTA (untypischer Alterungston) und geringeres Alterungspotential als negative Veränderungen genannt.

Ähnliche Probleme sieht auch der drink tank, der vor einigen Wochen über die Greenpeace-Studie „Impacts of climate change on wine in France“ berichtete. Am Beispiel Burgunds wird das Problem berühmter Anbaugebiete dargestellt: viele bedeutende Weinregionen werden “einfach von der Landkarte verschwinden , wenn der Klimawandel im derzeitigen Tempo weitergeht“, so Mario Scheuermann.

Auch Captain Cork machte den Klimawandel zum Thema, problematisierte den hohen Alkoholgehalt, und stellte richtig fest, dass 2003 das erste Jahr war, das Winzer und Verbraucher für die Folgen des Klimawandels sensibilisierte. Passiert ist seither nicht viel – ein Gipfel muss her, fordert daher Captain Cork.

Richtig: es gibt zwar immer noch Weintrinker, die einen hohen Alkoholgehalt für das entscheidende Qualitätskriterium eines Weines halten – aber eigentlich ist “low alcohol” im Trend, wie Michael Pleitgen feststellt. Was also können wir tun?

Ich wünschte, ich hätte im Rahmen meines neuen Jobs bei Delinat schon das Weingut Mythopia besucht, wo Hans-Peter Schmidt mit einigen Mitarbeitern zu neuen Wegen im Bio-Weinbau forscht – ein Schwerpunkt dabei heisst Klimafarming. Leider musste dieser Termin im Wallis verschoben werden – sobald ich dort gewesen bin, werde ich berichten, aber so verweise ich hier erst mal auf entsprechende Artikel im Ithaka-Journal. Hier steht genau beschrieben, was man unter Klimafarming versteht – eine landwirtschaftliche Methode, durch die der Atmosphäre CO2 entzogen und als Kohlenstoff stabil im Erdboden gespeichert wird.
Update: ganz aktuell – Hans-Peter Schmidt hat nun im Ithaka-Journal ebenfalls einen Artikel zum Blog Action Day verfasst – Thema Klimafarming! Unbedingt lesen!

Und was kann ich als Einzelner, als Verbraucher tun? Weniger Auto fahren, weniger fliegen usw. ist schon klar. Aber gerade als Genussmensch sollte man sich auch überlegen, was im Bereich Ernährung sinnvoll ist:

  • weniger Fleisch essen
  • Bio-Produkte kaufen
  • regionale und saisonale Produkte kaufen
  • frische und gering verarbeitete Lebensmittel kaufen
  • energieeffiziente Haushaltsgeräte benutzen
  • zu Fuß oder mit dem Fahrrad einkaufen

Ok, bis auf den letzten Punkt, den ich als Land-Ei nur schwerlich erfüllen kann, kann ich diesen Forderungen auch mit Spass und Genuss nachkommen! Die Liste kommt übrigens von Slow Food und ist hier ausführlich kommentiert.

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Sep 22

Es geht um unsere gemeinsame Zukunft auf diesem Globus – gestalten wir sie menschlich und nachhaltig, für uns und künftige Generationen!

Das war das Motto beim GlobalFutureCamp, einer Konferenz im BarCamp Format. Ein spannendes Motto, das am letzten Wochenende viele Interpretationen erfuhr – und das auch einige Leute anzog, die sonst nicht auf Barcamp-ähnlichen Veranstaltungen zu finden sind. So wurden dann viele und vielfältige Sessions angeboten. Themen waren z.B. “Globale Krise vs. individuelle Gleichgültigkeit – Social Media Tools”: wie kann man die Gleichgültigkeit der Menschen gegenüber Klimawandel etc. mit Social Media Tools durchbrechen. Spannend war auch die Vorstellung eines Projektes der Bertelsmann-Stiftung: “Future Challenges”. In diesem Projekt soll Wissen gesammelt und aufbereitet werden, Ideen entwickelt und dann – sollen sich nach Möglichkeit Gruppen bilden, die auch entsprechende Aktionen ergreifen. Erste Aktion war ausführliche Berichterstattung vom GlobalFutureCamp hier auf Facebook. Weitere Themen waren Neue Arbeitsformen, neue Geldkonzepte, Zukunftswerkstätten und vieles weitere. Dementsprechend vielfältig waren auch die Besucher: von Zukunftsforschern, Social Media Aktivisten, den typischen Barcampern bis hin zu Weltretterin Anne Wangrin und Waldmensch und Philosoph “Öff Öff” Jürgen Wagner war alles dabei…

GlobalFutureCamp Berlin 2009

Gerne hätte ich auch selbst eine Session angeboten: schliesslich hat mein neuer Arbeitgeber Delinat gerade eine Stiftung gegründet, die sich für Ökologie und Klimafarming engagiert, mit Forschungsweingut im Wallis und allem drum und dran – hier auf dem GlobalFutureBlog habe ich mehr dazu geschrieben. Aber da ich das alles noch nicht selbst gesehen habe, habe ich es dann gelassen – ich wollte nicht aus zweiter Hand erzählen… Am kommenden Wochenende fahre ich dann aber hin ins Wallis und werde mir da ganz besondere Weinberge ansehen können – ich bin schon gespannt und werde berichten!

GlobalFutureCamp Berlin 2009

Am Freitag Abend in Berlin gab es dann “Zukunftspalaver mit Wein”, was für mich persönlich spannend war. Das erste Mal war ich beim GlobalFutureCamp mit Delinat-Weinen unterwegs, sozusagen mein erster Arbeitseinsatz für die neue Firma! Der gestaltete sich äusserst angenehm: der Caterer hatte zwei junge Damen mitgebracht, die die Weine perfekt ausschenkten. So konnte ich ungehindert networken und über Wein und Zukunft plaudern ;-) Die Weine selbst (der Delsecco vom Hirschhof, ein Soave von La Casetta und der Pasión Delinat) kamen sehr gut an, und schmeckten auch mir; so machte es denn richtig Spass!

Schade allerdings war die geringe Beteiligung beim Camp. Statt der erwarteten 150 bis 200 Besucher kamen nur etwa 40 bis 50 Besucher in die Kalkscheune Berlin. Eine solche Veranstaltung hätte viel mehr Besucher verdient, finde ich!

Mehr zum GlobalFutureCamp:
Infos, Bilder und Videos im Newsstream von Future Challenges auf Facebook
Live gebloggt zur Zukunftswerkstatt von Oliver Gassner
Ebenfalls live gebloggt zu “eRevolution – education singularity movement”, auch von Oliver
Zur Session neue Arbeitswelt von Tobias Jeske
und jede Menge Bilder auf Flickr

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