Twitter Wein – ein echter Social Wine!

Jetzt gibt es den ersten „echten“ Twitter Wein -ein wirklicher Social Wine im Sinne des Wortes: Fledgling Wine ist ein Projekt von Twitter und Crushpad, einer kalifornischen Winery. Die Einnahmen des Projektes sollen dem Non-Profit-Unternehmen Room to Read zu Gute kommen, dessen Ziel es ist, jedem Kind den Zugang zum Lesen und Schreiben zu ermöglichen. Spannend!

Twitter ist bekannt, und auch Crushpad ist in der Wein 2.0 Welt nicht unbekannt: schliesslich kann man sich dort seinen eigenen, sozusagen User Generated Wine erzeugen! Und der soll gar nicht schlecht sein…

Leider kann man hier in Europa den Twitter-Benefiz-Wein (ein Pinot Noir und ein Chardonnay) nicht erwerben, ich hatte es gleich versucht. Und auch die Amis müssen sich noch ein wenig gedulden: man kann ihn zwar schon bezahlen, aber abgefüllt und ausgeliefert wird er erst im August 2010. Mashable fragte seine Leser, ob sie den Twitter-Wein kaufen würden: zumindest in den Kommentaren war die Resonanz sehr positiv.

Hier noch ein Video der Projekt-Beteiligten:

Klimawandel und Wein – ein Beitrag zum Blog Action Day 2009

Dieser Artikel erscheint im Rahmen des Blog Action Day 2009. Thema in diesem Jahr ist der Klimawandel. Zum Blog Action Day schreiben tausende von Bloggern aus allen Bereichen und aus der ganzen Welt an einem Stichtag Artikel zum Thema Klimawandel. Dieses Video illustriert den Sinn des Ganzen recht gut:

Für Winzer und andere Landwirte ist der Klimawandel schon länger nicht nur ein Thema, sondern Realität. Sie sind die ersten, die die Veränderungen direkt erfahren: frühere Blüte, längere Vegetationsperioden, gehäufte Unwetter und höhere Temperaturen greifen direkt in die Arbeitsabläufe ein.

Wein und der Klimawandel haben eine spezielle Beziehung, sozusagen. Während die globalen Klimaveränderungen anderswo zum Schreckgespenst taugen, gefällt manchem Winzer die Veränderung ganz gut: höhere Temperaturen, besseres Wetter bringen reifere Trauben und einen besseren Wein, lautet die Gleichung. Und dass es im Norden Deutschlands, in England, den Benelux-Ländern oder Dänemark bislang mehr oder weniger nur Hobbywinzer gibt, könnte sich in den nächsten Jahrzehnten ändern. Wie das Weinakademie-Blog berichtet, freut sich VDP-Präsident Christmann erst mal, dass die Trauben richtig reif werden – wenn auch nicht ganz ernst gemeint. Fakt ist aber, dass auch in Deutschland zunehmend mit südlicher beheimateten Rebsorten experimentiert wird, wie Merlot oder Sangiovese.

Ist der Klimawandel für den Weinbau also zu begrüssen? Nein, auf keinen Fall. Kehrseite der Medaille ist, dass die Eigenheiten der Weinregionen verloren gehen können. Cool Climate Zonen wie die Mosel werden wärmer – dadurch verändert sich die Typizität der Weine. Das Wein-Plus Glossar listet zum Thema Klimawandel einige Veränderungen auf: höherer Wasserverbrauch durch weniger Niederschläge im Sommer, vermehrter Schädlingsbefall und Krankheiten und damit sinkende Traubenqualität. Auf Grund früher Reife mehr Alkohol und weniger Säure – für den typischen Mosel-Riesling ein Riesen-Problem! Weiter werden steigende Häufigkeit von UTA (untypischer Alterungston) und geringeres Alterungspotential als negative Veränderungen genannt.

Ähnliche Probleme sieht auch der drink tank, der vor einigen Wochen über die Greenpeace-Studie „Impacts of climate change on wine in France“ berichtete. Am Beispiel Burgunds wird das Problem berühmter Anbaugebiete dargestellt: viele bedeutende Weinregionen werden „einfach von der Landkarte verschwinden , wenn der Klimawandel im derzeitigen Tempo weitergeht„, so Mario Scheuermann.

Auch Captain Cork machte den Klimawandel zum Thema, problematisierte den hohen Alkoholgehalt, und stellte richtig fest, dass 2003 das erste Jahr war, das Winzer und Verbraucher für die Folgen des Klimawandels sensibilisierte. Passiert ist seither nicht viel – ein Gipfel muss her, fordert daher Captain Cork.

Richtig: es gibt zwar immer noch Weintrinker, die einen hohen Alkoholgehalt für das entscheidende Qualitätskriterium eines Weines halten – aber eigentlich ist „low alcohol“ im Trend, wie Michael Pleitgen feststellt. Was also können wir tun?

Ich wünschte, ich hätte im Rahmen meines neuen Jobs bei Delinat schon das Weingut Mythopia besucht, wo Hans-Peter Schmidt mit einigen Mitarbeitern zu neuen Wegen im Bio-Weinbau forscht – ein Schwerpunkt dabei heisst Klimafarming. Leider musste dieser Termin im Wallis verschoben werden – sobald ich dort gewesen bin, werde ich berichten, aber so verweise ich hier erst mal auf entsprechende Artikel im Ithaka-Journal. Hier steht genau beschrieben, was man unter Klimafarming versteht – eine landwirtschaftliche Methode, durch die der Atmosphäre CO2 entzogen und als Kohlenstoff stabil im Erdboden gespeichert wird.
Update: ganz aktuell – Hans-Peter Schmidt hat nun im Ithaka-Journal ebenfalls einen Artikel zum Blog Action Day verfasst – Thema Klimafarming! Unbedingt lesen!

Und was kann ich als Einzelner, als Verbraucher tun? Weniger Auto fahren, weniger fliegen usw. ist schon klar. Aber gerade als Genussmensch sollte man sich auch überlegen, was im Bereich Ernährung sinnvoll ist:

  • weniger Fleisch essen
  • Bio-Produkte kaufen
  • regionale und saisonale Produkte kaufen
  • frische und gering verarbeitete Lebensmittel kaufen
  • energieeffiziente Haushaltsgeräte benutzen
  • zu Fuß oder mit dem Fahrrad einkaufen

Ok, bis auf den letzten Punkt, den ich als Land-Ei nur schwerlich erfüllen kann, kann ich diesen Forderungen auch mit Spass und Genuss nachkommen! Die Liste kommt übrigens von Slow Food und ist hier ausführlich kommentiert.

Studie zu Wein im Web 2.0

Wein im Web 2.0 – das heisst Wein im sozialen Web – und das ist ja für dieses Blog hochinteressant! Erste Ergebnisse der Studie von Miriam Lemke (FH Burgenland) liegen nun vor – mir persönlich (noch) nicht, aber die ersten Blog-Posts dazu sind gerade erschienen – und ich habe hier die Artikel von Thomas Günther und Michael Pleitgen als Informationsquelle genutzt:

Die Teilnehmer der Studie sind vor allem jung, männlich, hoch gebildet, verdienen gut – und verbringen viel Zeit im Netz. Natürlich ist das Wein-Web erste Informationsquelle für die Teilnehmer zum Thema Weinkauf: das Internet wird doppelt so viel genannt wie Printerzeugnisse und Bücher. Sie informieren sich auf den Websites der Weingüter und auf Blogs, diskutieren auf Facebook, Twitter und Xing.

Über die Hälfte der Teilnehmer hat bereits im Internet Wein gekauft. Weinbeschreibungen wurden dabei als hilfreich empfunden, auch Bewertungen und Erfahrungsberichte anderer User. Aber nur wenige Teilnehmer sind bereit, auch solche Bewertungen und Berichte zu produzieren. Ist der Aufwand – gerade beim Wein – zu hoch?

Dazu kommt, dass auch den web-affinen Teilnehmern der Studie der Weinkauf via Web zu unpersönlich ist: nicht nur die Möglichkeit einen Wein zu probieren, sondern vor allem auch das persönliche Gespräch wird vermisst. Das passt zu einem weiteren Ergebnis der Studie: am liebsten kaufen die Teilnehmer direkt beim Winzer – da ist offensichtlich am ehesten das persönliche Erleben gegeben.

Was lässt sich nun aus dieser Studie schliessen? Dass Wein immer mehr über das Internet gekauft wird, verwundert nicht. Aber was letztendlich zur Kaufentscheidung beiträgt – da gibt es Nachholbedarf! Das Wein-Verkosten übers Internet geht  ja leider noch nicht (obwohl sich ja hier vor einiger Zeit schon eine Möglichkeit aufgetan hat!) – aber ein persönliches Gespräch ist in Zeiten des Social Web doch kein Problem mehr! Und damit ein Weinfreund sich selbst auch einbringen kann, schlägt Michael Pleitgen vor:

[Es könnte] interessant sein, sich als Hersteller oder Händler Gedanken zu machen, wie ich Möglichkeiten für wenig zeit- und arbeitsintensive Beteiligung der User kreiere und ihnen gleichzeitig die Angst nehme. Denn über 70% der Weinfreunde im Netz lassen sich mehr oder minder oft durch die Kommentare anderer User beeinflussen.

Die Ergebnisse der Studie sind allerdings mit Vorsicht zu betrachten: im Vorfeld wurde in vielen Weinblogs und auf Twitter zur Teilnahme an der Studie aufgerufen. Und so rekrutiert sich sicher ein grosser Teil der Teilnehmer aus einer recht aktiven Wein 2.0 Szene – daher sind die Ergebnisse sicher nicht repräsentativ – auch wenn, wie Michael Pleitgen meint, die „Intensiv-Web-Nutzer auch in ihrem Umfeld zu Meinungsführen gehören“.

Weitere Infos und Zahlen der Studie:
Weinakademie Berlin
Weinverkostungen.de

Blog-Pause

Dieses Blog ist ja noch gar nicht so alt – trotzdem gibt’s jetzt schon die erste Blog-Pause: eine Woche Offline-Urlaub an der Ostsee, mit Familie und Freunden, Wind und Wetter!

Heute habe ich mich aber noch ein bisschen ums Blog gekümmert – endlich mal ein paar Links in die Blogroll eingetragen, und einige Plugins installiert. So kann der Besucher meines Blogs jetzt meinem Twitterstream in der Sidebar folgen (dafür nutze ich Twitter Widget Pro); wenn ihm (oder ihr) ein Artikel gefällt, gibt es jetzt die Möglichkeit, ihn zu teilen, sprich auf Twitter, Facebook oder sonstwo zu posten – dafür habe ich AddToAny ausgewählt, das fand ich ganz schick.

Sehr nützlich fand ich das Plugin „Recommended Reading: Google Reader Shared“: auf einer Extra-Seite (und unten in der Sidebar) gibt es nun Links zu Blog-Posts, die ich in meinem Google Reader „geshared“ habe. Dieses Feature des Google Reader habe ich bislang wenig genutzt, das wird sich jetzt ändern, und ich werde dort interessante Artikel zum Thema Wein oder soziale Medien einstellen (nach dem Urlaub ;-))!

Es gibt tatsächlich einen Haufen Plugins für WordPress (vorher habe ich auf Serendipity gebloggt, da gibt es nicht so viel) – daher die Frage an die WordPress-Freaks: welche Plugins sind denn noch nützlich und zu empfehlen?

Mit dieser Frage verabschiede ich mich: bis in einer Woche!

Weinrallye #27: Tankstopp

Weinrallye
Weinrallye

Gestern war es dann so weit: ich fuhr zur Tankstelle, um Wein zu kaufen. Ich weiss nicht, wann ich das das letzte Mal getan habe, muss irgendwann in frühester Jugend gewesen sein. Ich kam mir richtig komisch vor, vor dem Tankstellen-Weinregal. Und das alles wegen der Weinrallye: Thomas hatte zum Tankstopp aufgerufen!

Da stand ich also so vorm Regal, und musterte das Angebot unserer örtlichen LTG-Tankstelle: viel Schäumendes, Mumm und Konsorten. Da hatte ich wenig Lust drauf. Einige Weine für 1,99 bis 2,99€: ein Nero d’Avola, ein Rioja war dabei. So bei zwei bis drei Euro bewegte sich der grösste Teil des spärlichen Angebots. Wer zur Tanke fährt, kauft wohl doch eher Bier. Im besseren Fall… Hm. Ein hochpreisiger Grüner Veltliner war aber auch dabei: 7,99€! Schliesslich fiel meine Wahl auf einen Pinotage, mit 3,99€ schon fast im gehobenen Preissegment. Bin ja doch Etikettentrinker, und da lief eine Giraffe vor einem stark roten Sonnenuntergang in schöner Landschaft herum.

Tankwein
Tankwein

Das Rückenetikett versprach: „Trocken, fruchtig und intensiv. Anklänge von dunklen Waldfrüchten und Trüffeln mit feinen Röstaromen. Dichte Struktur mit geschmeidigen Tanninen.“ Hört sich doch gar nicht so schlecht an. Ausserdem stand drauf: 14,5% vol. Alkohol. Trocken stimmte. Der Alkohol auch. Über den Rest breiten wir den Mantel des Schweigens. Auch mit den Erdnüssen, die es auch vor Ort gab, kein Genuss.

Fazit: in der norddeutschen Provinz ist eine Tankstelle kein geeigneter Ort für den Weinkauf…

Ist Öko besser?

Via Twitter bin ich heute morgen über einen Artikel im mir bis dato unbekannten Kaffee-Satz Blog gestolpert: „Sind Öko-Kaffees besser?“ Und die Antwort darauf (die natürlich im Artikel zu finden ist), ist problemlos auf Wein (und alles andere) zu übertragen – daher habe ich die Überschrift verallgemeinert. Es geht nicht allein um geschmackliche Qualität und Schadstoff-Belastung, sondern vor allem um Klima und Boden:

„Das qualitätsprägende Terroir steht also in unmittelbarem Zusammenhang mit seiner Nutzung durch den Menschen – seine nicht-ökologische Bewirtschaftung besitzt eine Art Halbwertszeit – eine nicht allzu lange. Daher sollte man ‘ökologisch’ also schmecken auch können. Und ob ‘ökologisch’ schmeckt, ist auch eine Frage der geschmacklichen Prägung. Geschmackserziehung ist die wirksamste Bekämpfung von Fast-Food- und Glutamat-Terrorismus!“

Hat mich gefreut zu lesen – Blog ist abonniert und dem Twitter-Account folge ich jetzt auch!

Weinrallye #27 – der Wein von der Tankstelle

Weinrallye
Weinrallye

Sozial und Wein ist ja Thema dieses Blogs – und es gibt nur We(i)niges, was sozialer ist und mehr mit Wein zu tun hat als die Weinrallye! Darum freue ich mich, dass es die Weinrallye nach einigen Zweifeln nun weiterhin geben wird!

Und morgen geht’s ja auch gleich los, meine erste Weinrallye auf dem neuen Blog: Tankstopp ist angesagt – Thomas ist immer für etwas aussergewöhnliches gut und wünscht sich einen Wein von der Tankstelle. An meinem Heimatort habe ich bislang noch nie Wein an der Tankstelle gekauft, von daher bin ich recht gespannt, was diese wohl zu bieten hat…

Wer sich an der Weinrallye noch beteiligen will: hier gibt’s den Aufruf dazu und die Regeln, wie immer hier.

Neues zu Twitter von Kerner und Thoma

Da hatte sich doch einer etwas blamiert: auch wenn ich in der Regel nicht fernsehe, die Äusserungen von Johannes B. Kerner zu Twitter gingen auch an mir nicht vorbei. In seiner Sendung fand er sein Fake Twitterprofil und stellte fest, dass er Twitter für sinnlos hält. Ok, kann er ja machen. Aber es ging tatsächlich ein Aufschrei durch die deutsche Twittergemeinde… hier seine Aussagen im O-Ton:

Und dann meldete sich Hendrik Thoma zu Wort, bekannter Sommelier und im Wein2.0-Web durch seine Video-Verkostungen bei TVino (i.e. Hawesko) bekannt. Durch extrem aktive Teilnahme am Social Web war er trotz Twitter– und Facebook-Account bisher nicht aufgefallen, aber seine Stellungnahme zum Thema ist durchaus sehenswert:

Via Ultes.