Warum „weniger schlecht“ nicht gleich „besser“ ist

Das sollte mal zum Nachdenken anregen: Michael Baumgart war mir bisher tatsächlich nicht bekannt – seinen Gedanken aber kann ich mich anschliessen; wenn es um Zukunft und Nachhaltigkeit geht, reicht es einfach nicht, „weniger schlechte“ Produkte zu kaufen und zu nutzen – es müssen tatsächlich „gute“ Produkte sein!

Weniger Schadstoffe sind besser als viele Schadstoffe, sagen die Nachhaltigkeits-Vertreter. Das geht Braungart nicht weit genug – ich finde “weniger Schadstoffe” dennoch einen richtigen Schritt auf dem Weg.

Braungart setzt dagegen: Mit etwas mehr Nachdenken gar keine Schadstoffe zu produzieren, sondern wirklich in Kreisläufen zu denken, und das ist meines Erachtens mehr als ein Utopie, sondern das einzig sinnvolle Ziel.

Zitat von stephan-uhrenbacher.com – der weiss auch noch mehr über Michael Baumgart.

Posted via web from MatthiasM’s posterous

Social Media Lehrstück – das #Tweetpaket

Urplötzlich tauchte es auf in meiner Twitter-Timeline – das Tweetpaket. Und gäbe es ein Social Media Lehrbuch, müsste es eigentlich drin stehen: des Nachts von ein paar hellen Köpfen ersonnen, wurde die Idee von Max Wittrock von mymuesli schnell umgesetzt – ein Verlosungspaket, das von einigen twitternden Unternehmen gesponsort werden sollte:

„Wir wollten eigentlich nur was verlosen, denn (treue Leser dieses Blogs wissen das) Verlosungen sind bei uns einigermaßen beliebt. Und kurz drauf: Nachricht von Kai via Twitter: Er würde sich anschließen; und binnen weniger Minuten hatten wir ein ganzes Set zusammen, dem Oslo den schönen Namen Tweetpaket gegeben hat, gleichzeitig auch Hashtag für diese Aktion.“

Zu dem Zeitpunkt als ich auf Twitter davon las, waren immerhin schon fast 10 Gewinne zusammen gekommen: Müsli, Tee, Wunschlikör bzw. Kinderpunsch sowie einige andere. Kurz im Büro beraten, und ein kleines Delinat-Paket mit spanischen Weinen und Flamenco-CD war auch dabei. So weit so gut.

Und dann ging es los: binnen weniger Stunden kam eine irrwitzig lange Liste von 45 Preisen zusammen, darunter ausser einer Weinkaraffe, Müslischalen und Teetassen  so unglaubliche Dinge wie ein iPod Shuffle, ein Headset und gar eine Übernachtung im 4-Sterne-Hotel auf Helgoland (die Überfahrt war allerdings nicht dabei…).

Die ganze Kommunikation fand auf Twitter statt; waren zunächst die Sponsoren quasi unter sich, schlug das Ganze natürlich Wellen, und es wurde immer wieder gefragt, was es denn wohl mit diesem Tweet-Paket auf sich habe. Nun, bis 15 Uhr gestern wurden die Gewinne gesammelt, aber wie die Verlosung nun vor sich gehen sollte, stand bis dahin aber noch gar nicht fest! Durch Diskussion auf Twitter und im mymuesli-Blog ergab sich dann aber: ab 16 bis 22 Uhr mussten dann die Bewerber für dieses Paket folgendes twittern.

Ich will diese Liste hier gewinnen: http://tinyurl.com/yjpyqn5 #tweetpaketverlosung #tweetpaket

Die Entwicklung lässt sich auf dem mymuesli Blog verfolgen. Die Ziehung des Hauptgewinners erfolgte dann am nächsten Tag und ist hier dokumentiert:

Link: mymuesli-TV: #tweetpaket - Auslosung Gewinner

Auf diesem Weg noch einmal herzlichen Glückwunsch an den Gewinner @slintes! Eine witzige Aktion, die einmal mehr bezeugt, wie schnell sich über Blogs, Twitter & Co Aktionen oder Inhalte verbreiten können – wenn sie denn eben interessant genug sind – und die Initiatoren nicht nur wirklich kommunizieren, sondern auch auf Gesagtes eingehen!

Weitere Blog-Artikel dazu von:
123 Skins
egoo.de
mymelade
Likörfactory
Wunschlikör

Social Media Kampagne für Ökostrom

Das hat jetzt nichts mit Wein zu tun, finde ich aber gut und will es verbreiten helfen: Titel der Social Media Kampagne vom Portal Stromauskunft ist „Die Klimaschützer“. Es soll dazu beitragen, dass auch die Verbraucher zu einem Ökostrom-Anbieter wechseln, die es aus Bequemlichkeit – oder was für Gründen auch immer – bislang nicht geschafft haben und für Atomstrom zahlen: ein Widget, das man auf seiner eigenen Website, dem eigenen Blog, auf Myspace oder seinem Facebook-Profil einbinden kann (zu sehen hier unten rechts), zeigt eine CO2-Sparuhr: die gesamte CO2-Ersparnis, die durch die Benutzung von Ökostrom erreicht werden könnte, wird in einem Zählwerk angezeigt. Der Clou: Je mehr Nutzer die CarbonClock einbinden, desto schneller läuft die CO2-Sparuhr.

„Wir wollen nicht länger zusehen, wie die steigenden CO2-Emissionen und der Treibhauseffekt die Klimaerwärmung immer weiter voranschreiten lassen und unseren wertvollen Planeten Erde zu zerstören drohen. Wir wollen nicht länger zusehen, wie Politiker über Klima – Abkommen und CO2-Reduktionen diskutieren und doch zu keinem Ergebnis kommen.

Bis zum Beginn der Welt Klimakonferenz am 07. Dezember 2009 möchten wir den Verantwortlichen zeigen, wie viel CO2 wir gemeinsam durch einen Wechsel zu sauberen Ökostrom einsparen können.“

Eine schöne Sache: die Uhr ist plakativ, lässt sich ganz einfach verbreiten – und es gibt sogar etwas zu gewinnen: je mehr desto mehr User mitmachen! Hier gibt’s den Code für das Widget, und hier geht es zur Facebook-Application!

Gefunden bei gruenes-klima.de

Besuch beim Ithaka-Projekt

Bei manchen Dingen reicht es nicht, darüber zu lesen, man muss sie erfahren. So geht es mir mit dem Ithaka-Projekt des Delinat-Institutes. Dort wird zu Klimafarming und Biodiversität im Weinberg geforscht. Mein Besuch im Weingut Mythopia war im September verschoben worden, jetzt fand er endlich statt.

Hans-Peter Schmidt, Leiter des Ithaka-Projektes und Winzer im Mythopia-Weingut empfing mich, und nach einem kurzen Kaffee ging es gleich in die Weinberge – bei wunderbarem Herbstwetter! Die Lese war zwar gerade abgeschlossen worden, und auf Grund der fortgeschrittenen Jahreszeit blühte es nicht mehr an allen Ecken und Enden, wie ich es auf den Fotos im Ithaka-Journal gesehen hatte. Trotzdem war das, was ich dort sehen konnte, sehr beeindruckend.

Das Ithaka-Projekt - Mythopia-WeinbergeDas Ithaka-Projekt

Ich bin kein Naturwissenschaftler, werde daher Hans-Peters Ausführungen zu Leguminosen, Boden, Stickstoff- und Phosphorgehalt nicht wiedergeben – das kann man besser hier nachlesen. Aber wieviel lebendiger ein Weinberg ist, in dem ausser den Reben alles mögliche wächst: von niedrigen Gewächsen wie Leguminosen, Aromakräutern und Erdbeeren über Sträucher aller Art bis hin zu Obstbäumen (vertikale Diversität); in dem Blumen blühen, Wildbienen-Hotels aufgestellt sind und Bienenstöcke stehen (das interessierte mich als Hobby-Imker natürlich besonders); in dem es summt und brummt, und in dem selbst um diese Jahreszeit auch noch mal ein Schmetterling zu sehen ist: das muss man gesehen haben! Festgehalten sind diese Massnahmen in der Charta für Weinberge in Biodiversität.

Das Ithaka-Projekt - blühender Weinberg - selbst im Oktober!Das Ithaka-Projekt

Beeindruckend auch der direkte Vergleich zwischen benachbarten konventionellen Parzellen und den Mythopia-Parzellen; auch der Vergleich zwischen ungeplant begrünten Rebzeilen und solchen, in denen die im Ithaka-Projekt speziell entwickelte Saatmischung ausgebracht wurde. Die Versuchsreihen mit Biokohle könnten sich als revolutionär erweisen – nicht nur für das Wachstum der Reben, sondern auch und vor allem wegen der Bedeutung dieser Versuche für eines der grössten Probleme unseres Planeten – den Klimawandel.

Dass das alles Einfluss auf die Qualität der Trauben und des erzeugten Weines hat: das lässt sich nicht nur leicht vorstellen, sondern es ist mit Genuss zu erschmecken – und offensichtlich auch wissenschaftlich nachzuweisen!

Das Ithaka-Projekt Das Ithaka-Projekt

Ein Thema meines Besuchs war auch, wie sich die Ergebnisse aus dem Ithaka-Projekt verbreiten lassen – mit den Mitteln des Social Web. Denn das Projekt ist zwar von Delinat gegründet und zu einem Teil auch finanziert; die Ergebnisse des Projektes sollen aber frei zugänglich gemacht und verbreitet werden, so dass  möglichst viele Weingüter (ob bio oder nicht) davon profitieren können – und eine Bewegung für eine zweite Bio-Revolution entsteht, die durch das Klimafarming sogar Wege aufzeigen kann, den Klimawandel zu bekämpfen. Mehr dazu hier in meinem Artikel im GlobalFutureBlog.

Ein grobes Konzept für eine Social Media Strategie haben wir erstellt; dieses gilt es nun zu verfeinern – und vor allem umzusetzen. Anregungen hierzu sind herzlich willkommen!

Twitter Probiersalesday

Eine nette Idee, die da auf Twitter entstanden ist: eine Variation der Twitter-Verkostungen bzw. Twitter(-Wein-)salesdays, die ja bereits verschiedentlich statt gefunden haben.

Twitter-Weinverkostungen gehen ja so: man koordiniert mit anderen Twits einen Zeitpunkt und einen oder mehrere Weine, setzt sich dann hin, allein oder mit Freunden (im Notfall auch auf der Bühne der Cebit), verkostet den Wein und tauscht sich mit den Kollegen via Twitter dazu aus. Problem dabei: die Koordination…

Dann gab es bereits den ein oder anderen Twittersalesday: ein Weinmacher oder Weinhändler bietet (in der Regel mittwochs – weiss gar nicht, wie dieser Wochentag zustande kam?) ein Paket mit attraktiven Weinen zum noch attraktiveren Preis an: nur an einem Tag, nur über Twitter.

Nun also der Probiersalesday, eine Mischung von beidem. Don Simon hat die Idee sehr schön beschrieben, ich zitiere:

Die Grundidee ist folgende. Winzer oder Händler stellen ein Probiersalesday Paket von maximal 1 – 3 Flaschen zusammen, welches aber in der Summe Frei Haus die € 20,- Marke nicht überschreiten sollte. Jeder der Lust hat, bestellt sich dieses Paket. Wenn die Pakete bei den Leuten eingetroffen sind, werden auf Zuruf gemeinsame Verkostungen bei Twitter stattfinden. Ich würde das Ganze nicht auf einen Verkostungstermin pro Paket einschränken, da es sonst sicher in unendlichen Terminfindungstweets ausartet. Jeder der Lust hat einen Wein aus einem Probiersalesday Paket zu verkosten, macht eine Ansage. Wer Bock hat, schließt sich an dem Abend an, fertig. Somit sind auch 5 oder mehr Verkostungsabende von dem gleichen Wein denkbar und das ganze ist wesentlich ungezwungener.

Via Twitter Search kann man noch mal nachlesen, wie es zu der Idee kam – auch ich musste nachlesen, da ich zu dem Zeitpunkt im Offline-Urlaub war.

Ich bin gespannt, das gefällt mir. Zwanglos, unkompliziert, man darf mit netten Leuten und Weinen rechnen. Das erste Paket zum Probiersalesday kommt von der Weinlounge in Hamburg; ich habe mir es gleich bestellt und freue mich auf den (unverbindlichen) Verkostungstermin heute Abend, am 19.10. um 20.30 Uhr!