Das Delinat-Blog ist online …

… jetzt schon seit einer knappen Woche; nach langer Vorbereitungs- und Konzeptphase ist es unter www.delinat-blog.com zu finden. Ich hätte es ja gern schon viel früher gestartet, aber jetzt muss ich rückblickend sagen: Eile mit Weile hat auch etwas für sich.

Zum einen musste ich mich als Delinat-Neuling erst mal mit dem Unternehmen vertraut machen; zum anderen musste Delinat sich ja auch erst mal mit dem Bloggen vertraut machen. Beides ist gelungen, denke ich – und bin sehr zufrieden mit dem neuen Web-Projekt.

Delinat Blog

Privates vs. Unternehmens-Blog

Ein Unternehmens-Blog in der Art war ja auch für mich als „alten“ Weinblogger Neuland;  in meinem alten Viva-Vino Blog war viel Privates enthalten. Das ist nun sauber getrennt – und es sind doch viel mehr Dinge zu bedenken, wenn man Delinat als Ganzes repräsentiert. Da schreibt man nicht einfach so drauf los wie im privaten Blog. Das hat für mich viel Positives: Beiträge zu reflektieren, sie sowohl inhaltlich wie auch stilistisch erst mal mit den Kollegen durchzusprechen – das Ergebnis gewinnt an Qualität. Gleichzeitig muss man natürlich sehen, dass die Spontanität nicht zu kurz kommt; aber da bin ich ganz zuversichtlich.

Themen ohne Ende

Eine weitere positive Erfahrung ist die ungeheure Menge an Themen, an Möglichkeiten, die sich uns durch das Delinat-Blog nun bietet. Das Thema Wein natürlich, vor allem vertreten durch die Einkäufer, die ihre Geschichten nun im Blog publizieren können; das Thema Ökologie – neben den Winzern liefert das Ithaka-Journal spannende Inhalte; auch Internes, aus dem Kundendienst, aus dem Marketing, oder wo immer sich eben eine Geschichte auftut.

Dabei soll das Blog ein offenes System werden – auch für Beiträge von Winzern und Kunden. Wir wollen nicht nur Geschichten erzählen, sondern auch Austausch – und ich glaube, dass das Blog ein hervorragendes Tool zur Kommunikation (nicht nur) mit Kunden sein kann. Auch Kritik wird kommen – einen solchen Kommentar hatten wir schon – und ich bin überzeugt, dass wir ihr offen begegnen können. In dem Zusammenhang freue ich mich, eben auch in einem Unternehmen arbeiten zu können, in dem Transparenz möglich ist.

Ich jedenfalls freue mich über die positiven Reaktionen zum Blog-Start in anderen Blogs sowie auf Facebook und Twitter, bin gespannt wie es weiter geht – und wünsche mir euer Feedback hier oder eben dort,  denn ein Blog ist eben auch ein Prozess, der sich entwickeln muss!

Das Manifest der Winzer – ein Interview

Wie in einem früheren Artikel berichtet, trafen sich im Dezember 2009 etwa 500 Winzer aus ganz Europa und verfassten ein „Manifest der Winzer“, das es in sich hat. Entscheidende Punkte dabei waren die Einbeziehung des Verbrauchers, absolute Transparenz in dem, was der Winzer macht und tut sowie die Förderung der Biodiversität in den Weinbergen.

Neben Hans-Peter Schmidt vom Delinat-Institut waren auch Lotte Müller-Pfeffer und Paulin Köpfer für Ecovin dort. Auf der Biofach 2010 in Nürnberg traf ich beide und befragte sie zu diesem Manifest:

Food 2.0 in der Webciety Area der Cebit

Nun ist es schon fast wieder eine Woche her: letzten Samstag war ich zum zweiten Mal in der Webciety Area der Cebit zu Gast. Im letzten Jahr war die Entwicklung des WeinWeb  Thema des Webciety-Panels; ausserdem hatten wir die erste chaotische, aber witzige Twitter-Weinverkostung in Deutschland über die Bühne gebracht.

Food 2.0 – Geniessen im Web 2.0

Dieses Jahr haben wir dann erweitert: Food 2.0 – Essen und Trinken im Web lautete der Titel unseres Panels – zu diesem Motto habe ich dann die Teilnehmer aussuchen dürfen.

Food 2.0 in der Webciety Area
Food 2.0 in der Webciety Area
Die Teilnehmer

So konnte ich ein bisschen über den Tellerrand gucken; nicht immer nur Wein! Hier die Teilnehmer im Einzelnen:

Für die Kochblogger-Fraktion kam Astrid Paul (Arthurs Tochter kocht); dass Web-Projekte nicht unbedingt mit Print konkurrieren müssen, sondern sich ergänzen können, belegte Effilee-Herausgeber Vijay Sapre. Für Kaffee und Mass Customizing steht nun schon seit zwei Jahren Till Achinger mit Sonntagmorgen. Die Weinblogs waren dann trotzdem stark vertreten durch unseren Weinfachberater Ultes, Dirk Würtz, der kurzfristig verhindert war und sich per Twitter zuschaltete – und ich selbst sehe mich ja auch als Weinblogger.

Berichte in Blog und Video

Astrid Paul hat einen schönen Blog-Artikel geschrieben – alles andere ist hier im Video festgehalten. Auf der Webciety-Seite muss man unter dem Start-Video auf „6. März“ klicken, dann runter scrollen und auf „Food 2.0“. (Eigentlich wollte ich das Video hier direkt einbinden – aus irgendeinem Grund gibt es diese Möglichkeit nicht mehr, ich kann es nicht mal direkt verlinken. Schade, das ist eigentlich nicht sehr web-zweinullig…)

Aber es hat Spass gemacht – und vielen Dank noch für die – wirklich gut vorbereitete – Moderation durch Björn Negelmann!

Weinrallye #30 -Naturwein: die Zusammenfassung

So, nun ist auch der Beitrag von Iris Rutz-Rudel vom Weingut Lisson eingetrudelt, und ich kann mit der Zusammenfassung der 30. Weinrallye beginnen!  Iris‘ Beitrag war mir wichtig, denn ich weiss, dass ihr das Thema am Herzen liegt, und sie sich schon lange intensiv damit befasst. 18 Beiträge sind es bei dieser 30. Weinrallye, darüber freue ich mich sehr. Ob des nicht einfachen Themas hatte ich mit weniger gerechnet – wenn auch nicht, wie Thomas Lippert es auf Twitter formulierte, mit der „kleinsten Weinrallye der Welt„.

Was ist nun also Naturwein? Vielfältige Begriffsdefinitionen gab es zu lesen: von der These, Naturwein gebe es gar nicht, da Wein per se ein Kulturgut sei, bis zu genauen Anforderungen. Hans-Peter Schmidt schlug vor (ebenfalls auf Twitter), den Begriff von „Naturwein“ zu „naturbelassener Wein“ zu ändern – ein nachvollziehbarer Vorschlag, wie ich finde. Als Kriterien wurden im einzelnen genannt:

  • ökologischer Anbau der Trauben, nach Möglichkeit bio-dynamisch
  • Verwendung von Rebsorten, die in die Region passen
  • Handlese
  • ganzheitliche Betriebsstruktur
  • Spontanvergärung
  • Verzicht auf die Nutzung von Behandlungsstoffen in Kellerwirtschaft und Weinbau
  • gering- oder unfiltrierte Abfüllung

Diese Punkte dürften die Zustimmung der meisten Teilnehmer finden. Umstrittener war der Einsatz von Schwefel: gar kein Schwefel im Naturwein? Oder sind geringe Mengen erlaubt? Das könnte auch abhängig von Region und Weintyp sein. Weitere Meinungen:

Thomas Lippert zitierte den Lyriker Mikel in seinem Beitrag, der fragte:

„ein Naturwein ist ein Wein in der Natur getrunken?“

Die einfachste und wohl radikalste Definition stammt von Hans-Peter Schmidt, der meint: „Naturwein ist ein Wein aus Trauben, frischer Luft, und sonst nichts.“ Was nicht heisst, dass der Winzer im Keller entbehrlich ist, um einen (trinkbaren) Naturwein zu produzieren:

„Einen Naturwein zu keltern heißt ja nicht, anything goes. Es gehört Kunst dazu. Wissen, Gefühl. In der Natur liegt das Scheitern nahe. Das ist wie im Leben.“

Dem hält Bernhard Fiedler entgegen:

„Für mich ist Wein – wie ‚puristisch‘ er auch immer gekeltert worden sein mag – kein Naturprodukt, sondern eine kulturelle Leistung.“

Naturwein oder naturbelassener Wein scheint also ein Thema zu sein, dass der Diskussion bedarf. Ich freue mich, wenn diese Weinrallye ein wenig dazu beitragen konnte. Was wohl Konsens sein dürfte: ein Naturwein ist – zumindest gegenwärtig – kein Mainstream-Wein, sondern ein spezieller Wein, der Erklärung braucht. Aber die Wahrnehmungen von Wein, die Geschmäcker und Trends können sich ändern. Wie Ecovin-Vorsitzende Lotte Müller-Pfeffer gestern im Gespräch über dieses Thema auf der Biofach sagte:

„Vor 10 Jahren wären einige Weine, die heute hochgelobt werden, als Weine mit Weinfehlern bezeichnet worden.“

Ich bin gespannt, wo die Entwicklung uns hinführt. Zur Vertiefung des Themas hier die Beiträge im einzelnen, in ungefährer chronologischer Reihenfolge:

  • Weinrallye #30 – Naturwein – vom Edekaner:
    Fritz Zickuhr fand das natürliche Vorkommen eines Battenfeld-Spanier Rieslings in seinem Weinkeller;
  • Weinrallye #30 – Naturwein von lamiacucina:
    Robert Sprenger ist der Meinung, ein verantwortungsvoller Winzer arbeite natürlich –  fand Dieter Meier und bescherte uns ein Wiedersehen mit Yello;
  • Bernhard Fiedler
    hält ein Plädoyer gegen den Naturwein, und spricht für die ordnende Hand des Winzers;
  • weinverkostungen.de
    Auch Thomas Günther leuchtet der Begriff nicht so recht ein – er verkostet einen Wein von Philipp Wittmann;
  • Mythopia Blog
    Hans-Peter Schmidt hält ein Plädoyer für naturbelassenen Wein;
  • St. Antony
    Florian Jungbauer gibt eine Begriffsdefinition als „Mittelweg zwischen modernen Arbeitsweisen, nachhaltigem Wirtschaften und hohem wissenschaftlichem Verständnis“;
  • boccafino
    Sven Ahlborn betont, dass ein Naturwein nicht einem Biowein gleich zu setzen ist und verkostet den VV 2004 von Jacqueline Bolli;
  • 2 x Baccantus – hier und hier;
    einmal die Begriffsdefinition an Hand von drei Beispielen und bei dem zweiten Link eine ausführliche theoretische Auseinandersetzung mit dem Begriff;
  • ein Gastbeitrag von Jennifer und Kevin Kelley aus Kalifornien hier auf Social Wine;
  • ein weiterer Gastbeitrag von Holger Schwarz aus Berlin;
  • ein Beitrag, der mich besonders freut: myexperience4u ist wieder da!
    Swetlana Kittke meint: „back to the nature“ und verkostet einen Biowein aus Chile;
  • mein eigener Beitrag,
    eine Verkostung über 7 Tage des Clos des Martyres von der Domaine de Mythopia (s.o.);
  • „Weinrallye #30: Naturwein“
    Harald Steffens schliesst sich Bernhard Fiedler an, und sagt, Wein ist eine Kulturleistung; als Beispiel verkostet er den Steillagen-Riesling eines befreundeten Hobbywinzers;
  • „Weinrallye #30 – Naturwein“ – Biowein Depot Blog
    Bernd Eck verkostet einen Regent aus der Pfalz;
  • BioFach .10 / Weinrallye Naturwein von ecowein
    Dominik Vombach suchte auf der Biofach nach einem Naturwein und verkostete dort zwei ungeschwefelte Weine;
  • Weinrallye #30 – Naturwein vom Winzerblog
    Thomas Lippert bedauert, dass die Trauben, die er verarbeitet, nicht aus ökologischem Anbau stammen – und er nur aus diesem Grund nach seiner eigenen Definition keinen Naturwein produzieren kann; er verkostet eine höchst spannend klingende 2005 Riesling TBA;
  • Weinrallye # 30: Naturwein ein Nachtrag aus französischer Sicht von Weingut Lisson – ein Winzertagebuch
    Iris Rutz-Rudel konstatiert, dass Naturwein in Frankreich schon lange ein Thema ist und führt einige Winzer auf, die für sie zu den bevorzugten Produzenten gehören.

Ich danke noch mal allen Teilnehmern für eine Weinrallye, die für mich sehr spannend war! Die nächste Weinrallye kommt aus dem Burgenland – in den nächsten Tagen wird Bernhard Fiedler Datum und Thema bekannt geben!

Weinrallye #30 – Zwischenstand 2

So, nun ein weiterer Zwischenstand bei dieser Weinrallye. Dazu gekommen sind:

Die Beitrage vom letzten Zwischenbericht:

Zwei Beiträge kommen sicherlich noch – wurden aber für später angekündigt. Und ob es noch Überraschungs-Teilnehmer gibt?

Weinrallye #30 – Naturwein aus dem Wallis

Nun also noch mein eigener Beitrag zu dieser Weinrallye. Was ist Naturwein? Später, in der Zusammenfassung dieser Weinrallye werde ich mich an einer Synthese der bisher gehörten Definitionen versuchen – und meine Interpretation davon.

Domaine de Mythopia
Domaine de Mythopia
Domaine de Mythopia

Zunächst also zum Wein. Einige werden es bereits vermutet haben: mein Wein kommt aus dem Schweizer Wallis, von der Domaine de Mythopia. Das ist das Versuchs-Weingut des Delinat-Instituts; Hans-Peter Schmidt wirkt dort, in Steilhängen in etwa 800m Höhe, nicht weit von Sion. Die Weinberge sind sehenswert – eben voller Natur! Denn ein Hauptanliegen der Forschung des Instituts ist die Biodiversität im Weinberg. Da fliegen Bienen und Schmetterlinge, wachsen Tomaten und Erdbeeren, blühen Obstbäume und Blumen. Wer mehr darüber wissen will: im Oktober letzten Jahres war ich selbst dort – und regelmässig berichtet das Ithaka-Journal über die Aktivitäten dort.

Clos des Martyres 2007

Zurück zum Wein: ein Pinot Noir, Clos des Martyres 2007. Pinot Noir ist der meist angebaute Rotwein der Schweiz und wohl auch des Wallis. Aber es gibt wohl nur wenige wie diesen. Zutaten in diesem Wein waren nur Trauben und Luft – und vielleicht noch einige Hefen, Bakterien und andere kleine Helferlein, die in der Luft und auf der Traubenhaut herumschwirrten.

Pinot Noir Clos des Martyres 2007
Pinot Noir Clos des Martyres 2007

Das Protokoll der Herstellung, mit den Worten des Winzers: „Lese: 21.10.2007. Das Lesegut wurde an Hanglange in der Herbstsonne aufgewärmt. Am Nachmittag entrappt und eingemaischt. 40 Tage Maischegärung. Sanft abgepresst, 2 Tage
absetzen lassen, dann in 4jähriges Eichenholzfass (400l). Gelegentliches Batonieren. 22-Monate Ausbau. Natürliche Kaltstabilisierung. Abfüllung durch Gravitation. So einfach ist das.

Degustation am ersten Tag

Auf dem Etikett steht „Pinot noir naturel“; oft ist bei solchen Weinen nirgends etwas von „bio“ oder „Naturwein“ zu lesen, nur „non filtré“, nicht filtriert. Eingeweihte wissen dann, dass bei diesem Wein nichts vertuscht wurde. Eine Stunde vor dem ersten Verkosten, vor nun einer Woche, öffnete ich die Flasche. Meine Notizen: „Aromen von roten und schwarzen Beeren (Brombeeren!), schwarze Kirschen, intensiv aber nicht aufdringlich; am Gaumen samtig, feinkörniges Tannin, gute Säure, Beeren, elegant, leicht – sehr gute Länge„. Die nur 12 vol% Alkohol machen den Wein elegant und unbeschwert.

Zweiter und dritter Tag

Auf Rat von Hans-Peter Schmidt nahmen wir am ersten Tag nur einen kleinen Schluck aus der Flasche, um die Entwicklung des Weines über mehrere Tage zu verfolgen; die Notizen des zweiten Tages: „Aromen: komplexer, etwas erdiger, Leder(?), intensiver am Gaumen, aber nach wie vor schlanker Körper; schöne Länge„. Der dritte Tag brachte dann folgendes: „mehr schwarze Kirschen, kräftiger, noch intensiver; dunkle Schokolade, fülliger; Leder am Gaumen intensiver, Frucht am Gaumen weniger; kräftiger, mehr Körper„.

Höhepunkt?

Entscheidend bei Naturweinen ist, dass sie unter Sauerstoffeinfluss weiterleben“ sagt Hans-Peter Schmidt – auf dem Höhepunkt seien sie erst nach 7 Tagen. An den folgenden Tagen konnte ich dann wegen Abwesenheit nicht weiter verkosten. Am siebten Tag war ich wieder zu Hause, und sehr gespannt. Die Flasche war noch mehr als halbvoll, und wir hatten Freunde eingeladen, darunter ein vinophiler Südfranzose, der bevorzugt eben solche Naturweine trinkt. Und der Wein hatte sich weiter verändert: „besser (auch wenn das keine spezifische Aussage ist), Frucht nicht mehr so intensiv, etwas Brombeere ist noch da; öffnet sich am Gaumen, explodiert fast; zart-bittere Schokolade, deutlich Leder, komplexer, gewichtiger, reifer, rote Früchte ganz hinten im Abgang„.

Auf dem Höhepunkt? Ja, schon. Aber am ersten Tag war der Clos des Martyres auch schon sehr gut, frischer eben. Ich könnte mich nicht entscheiden, wenn ich bestimmen müsste, was nun der beste Zeitpunkt ist, diesen Wein zu trinken. Eins aber weiss ich genau: wenn ich das nächste Mal im Wallis bin, nehme ich mir einige Flaschen des knappen Weins mit – und wäre gespannt, wie sich der Wein in drei, fünf oder zehn Jahren macht. Und ich werde weiterhin solche Naturweine suchen – die nächsten hoffentlich vom Weingut Lisson, dessen Weine ich ja immer noch nicht verkosten konnte…

Weinrallye #30: Naturwein geht weiter als Biodynamie

Und noch ein kurzer, aber sehr bündiger Gast-Beitrag zur Weinrallye #30: Naturwein von Holger Schwarz aus Berlin:

Naturwein geht weiter als Biodynamie: keine Schönung, keine SO2- Gabe, oft sind die Weißweine noch ein wenig trüb.
Die in deutschsprachigen Ländern so geliebte Frucht wird bei Naturweinen sekundär.
Das ist ein ziemlich anderer Geschmack. Eine Herausforderung. Zu probieren beispielsweise bei Sebastien Riffault (Sauvignon blanc, Sancerre) oder Joan Ramon Escoda (maischevergorener Chenin blanc, Conca de Barberà).

Weinrallye #30 – Naturwein: Zwischenstand

Weinrallye
Weinrallye

Nachdem ich schon befürchtet hatte, dass die Teilnahme bei dieser Weinrallye eher gering ausfällt, bin ich nun hoch erfreut: 10 Beiträge sind schon eingelaufen, darunter einige von „Weinrallye-Neulingen“, sogar zwei Blogs, die ich bis dato gar nicht kannte! Hier also die ersten Beiträge zum Thema Naturwein:

Soweit der erste Zwischenstand der Weinrallye. Ein weiterer Gastbeitrag sowie mein eigener Beitrag stehen noch aus, und ich bin gespannt, ob und wie viele weitere noch folgen!

Die Natural Process Alliance

Weinrallye
Weinrallye

Christian Schiller vom Schiller Wine Blog schickte mir diesen Gastbeitrag zur heutigen Weinrallye #30 von den Winzern Jennifer und Kevin Kelley aus Kalifornien. Jennifer und Kevin Kelley haben die Natural Process Alliance gegründet. Ein ganz interessanter Beitrag, finde ich. Sollte mir jemand in der nächsten Zeit eine Reise nach San Francisco sponsern, werde ich das Weingut unbedingt besuchen! Ich habe den Text übersetzt, man verzeihe mir die Holprigkeiten. Wer ihn im Original lesen möchte, besucht die Website der NPA:

Die Natural Process Alliance (NPA)

Die NPA wurde von uns, Jennifer und Kevin Kelley, gegründet. Mit unserem Sohn Kian im Schlepptau schuften wir in Weinbergen im nördlichen Kalifornien und im Keller in Santa Rosa. Zusätzlich zu NPA gehört uns Salinia, und wir machen Wein für Heintz, LIOCO und Spot on Cellars.

Handarbeit

Wo immer möglich, arbeiten wir von Hand und benutzen keine Maschinen. Mit Hacken, Schaufeln und Schwielen erledigen wir unsere Arbeit.

Begrünung

Reben und Begrünung zwischen den Rebzeilen treten in eine symbiotische Beziehung. Sie zieht nützliche Insekten an, kontrolliert die Erosion, lockert den Boden auf, belüftet ihn und bringt Stickstoff hinein.

Natural Winemaking

Wir streben danach, den Charakter des Terroir und des Jahrganges durchscheinen zu lassen. Unser jährliches Ziel ist es, ein Etikett zu haben, auf das wir schreiben können:

Zutaten: Trauben

Schwefel benutzen wir nur, wenn es absolut nicht anders geht, und auch dann nur in kleinen Mengen. Niemals benutzen wir: kommerzielle Hefen oder Bakterien, Enzyme, chemische oder natürliche Zusätze, tierische Produkte, Klärmittel, Filtrierung.

Verpackung und Distribution

Wir füllen den Wein in unsere Stahlflaschen ab und liefern sie unseren Partnern; die leeren Flaschen werden zum Weingut zurück gebracht und wieder benutzt. Unsere Weine sind für die San Francisco Bay Area gemacht und alle Orte innerhalb eines Radius von 100 Meilen um das Weingut herum.

Morgen ist Weinrallye! Was ist Naturwein?

Weinrallye
Weinrallye

Noch mal eine letzte Erinnerung: morgen ist Weinrallye! Die Frage war: was ist ein Naturwein – wie können wir diesen Begriff definieren?

Ich sehe schon, dass es manchen schwer fällt, einen Wein, den sie als Naturwein begreifen, überhaupt zu besorgen. Das zeigt doch, dass Bedarf besteht, diese Weine etwas mehr ins Licht zu rücken. Aber: wenn jemand nun wirklich keinen Wein bekommen konnte für die Weinrallye: dann freue ich mich auch über eine Teilnahme mit einer blossen Begriffsdefinition!

Gibt es überhaupt Naturwein?

Vor ein paar Wochen habe ich mit Lotte Müller-Pfeffer, Ecovin-Vorsitzende und Winzerin (Weingut Brüder Dr. Becker), über das Thema gesprochen; ihre verblüfffende Ansicht: es gibt gar keinen Naturwein! Wein ist ein Kulturgut, und als solches von Menschen geschaffen. Sagt sie. Ich bin wirklich erstaunt, wie viele Facetten des Begriffs bereits zusammen gekommen sind – bekommen wir morgen noch mehr davon?

Naturwein im Social Web

Vor allem in Frankreich ist Naturwein ein Thema; z.B.  hier und hier bei Facebook, und es gibt auch die Association des Vins Naturels (danke Iris!). Auf Twitter reden @herrenhof, @IthakaJ und @mythopia über Naturwein.  Weiss jemand weitere Links?