Besuch beim Ithaka-Projekt

Bei manchen Dingen reicht es nicht, darüber zu lesen, man muss sie erfahren. So geht es mir mit dem Ithaka-Projekt des Delinat-Institutes. Dort wird zu Klimafarming und Biodiversität im Weinberg geforscht. Mein Besuch im Weingut Mythopia war im September verschoben worden, jetzt fand er endlich statt.

Hans-Peter Schmidt, Leiter des Ithaka-Projektes und Winzer im Mythopia-Weingut empfing mich, und nach einem kurzen Kaffee ging es gleich in die Weinberge – bei wunderbarem Herbstwetter! Die Lese war zwar gerade abgeschlossen worden, und auf Grund der fortgeschrittenen Jahreszeit blühte es nicht mehr an allen Ecken und Enden, wie ich es auf den Fotos im Ithaka-Journal gesehen hatte. Trotzdem war das, was ich dort sehen konnte, sehr beeindruckend.

Das Ithaka-Projekt - Mythopia-WeinbergeDas Ithaka-Projekt

Ich bin kein Naturwissenschaftler, werde daher Hans-Peters Ausführungen zu Leguminosen, Boden, Stickstoff- und Phosphorgehalt nicht wiedergeben – das kann man besser hier nachlesen. Aber wieviel lebendiger ein Weinberg ist, in dem ausser den Reben alles mögliche wächst: von niedrigen Gewächsen wie Leguminosen, Aromakräutern und Erdbeeren über Sträucher aller Art bis hin zu Obstbäumen (vertikale Diversität); in dem Blumen blühen, Wildbienen-Hotels aufgestellt sind und Bienenstöcke stehen (das interessierte mich als Hobby-Imker natürlich besonders); in dem es summt und brummt, und in dem selbst um diese Jahreszeit auch noch mal ein Schmetterling zu sehen ist: das muss man gesehen haben! Festgehalten sind diese Massnahmen in der Charta für Weinberge in Biodiversität.

Das Ithaka-Projekt - blühender Weinberg - selbst im Oktober!Das Ithaka-Projekt

Beeindruckend auch der direkte Vergleich zwischen benachbarten konventionellen Parzellen und den Mythopia-Parzellen; auch der Vergleich zwischen ungeplant begrünten Rebzeilen und solchen, in denen die im Ithaka-Projekt speziell entwickelte Saatmischung ausgebracht wurde. Die Versuchsreihen mit Biokohle könnten sich als revolutionär erweisen – nicht nur für das Wachstum der Reben, sondern auch und vor allem wegen der Bedeutung dieser Versuche für eines der grössten Probleme unseres Planeten – den Klimawandel.

Dass das alles Einfluss auf die Qualität der Trauben und des erzeugten Weines hat: das lässt sich nicht nur leicht vorstellen, sondern es ist mit Genuss zu erschmecken – und offensichtlich auch wissenschaftlich nachzuweisen!

Das Ithaka-Projekt Das Ithaka-Projekt

Ein Thema meines Besuchs war auch, wie sich die Ergebnisse aus dem Ithaka-Projekt verbreiten lassen – mit den Mitteln des Social Web. Denn das Projekt ist zwar von Delinat gegründet und zu einem Teil auch finanziert; die Ergebnisse des Projektes sollen aber frei zugänglich gemacht und verbreitet werden, so dass  möglichst viele Weingüter (ob bio oder nicht) davon profitieren können – und eine Bewegung für eine zweite Bio-Revolution entsteht, die durch das Klimafarming sogar Wege aufzeigen kann, den Klimawandel zu bekämpfen. Mehr dazu hier in meinem Artikel im GlobalFutureBlog.

Ein grobes Konzept für eine Social Media Strategie haben wir erstellt; dieses gilt es nun zu verfeinern – und vor allem umzusetzen. Anregungen hierzu sind herzlich willkommen!

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