Aktuelle Situation der Blogger und Foren-Betreiber

Das ist der Titel einer Studie der Fachhochschule Köln, die mit einigen interessanten Erkenntnissen aufwarten kann.

76,8% der 347 Befragten betreiben ein Blog, die restlichen 24,2% ein Forum. Davon geben nur 8% an, ihr Blog bzw. Forum hauptberuflich zu betreiben, ein knappes Viertel erzielt nebenberufliche Einnahmen, der Rest ist rein privat. Über 80% der Befragten, also die überwältigende Mehrheit, sind  männlich; die Altersverteilung ist bis 40 Jahre relativ ausgeglichen, danach wird’s etwas spärlicher.

Über 80% der Blogger schreiben ihre Texte selbst, nur eine  Minderheit von unter 10% greift gelegentlich oder häufig auf Pressetexte zurück; allerdings werden diese häufiger aufgegriffen und kommentiert. Über 50% der Blogger verwenden aber überhaupt keine Pressetexte. Auch bezahlte Beiträge sind in deutschen Blogs offensichtlich kein grosses Thema: über 90% nehmen keine Vergütung für Artikel an; wenn es Monetarisierungsmodelle gibt, sind das eher Werbeanzeigen. Allerdings kommen über 50% der Blogger bzw. Foren ganz ohne Werbung aus. Oft werden Blogs aber dazu genutzt, auf eigene Produkte oder Dienstleistungen aufmerksam zu machen.

In einer früheren Studie der FH Köln war festgestellt worden, dass die Blogger Unternehmen gegenüber sehr offen sind; oft berichten sie über deren Produkte und Dienstleistungen und begrüssen es, wenn das Unternehmen selbst dazu Stellung nimmt: „Das Ergebnis ist ein klares Zeichen dafür, dass die Foren- und Blogbetreiber sich auch eine Diskussion mit den Unternehmen wünschen.

Die Blogger und Forenbetreiber wünschen sich zusätzlich die Versorgung mit Presseinformationen durch die Unternehmen, so dass die Studie in diesem Zusammenhang folgendes Fazit zieht:

„Unternehmensrelevante Informationen helfen dem Unternehmen dabei, die Verbreitung von Falschinformationen zu verringern. Das Ergebnis zeigt, dass Blogger und Forenbetreiber an Unternehmensinformationen interessiert sind. Allerdings gestaltet sich die Umsetzung für Unternehmen nicht einfach. Hierbei muss der Aufbau von Kommunikationsbeziehungen unter Berücksichtigung der Web 2.0- und Netzkultur statt finden, da Blogger und Forenbetreiber nicht nach klassischen Schemata Informationen aufnehmen und verbreiten. Eine Versorgung mit klassischen Presseinformationen für Blogger und Forenbetreiber kann beispielsweise als eine weitere Belastung, Werbung oder Spam gewertet werden, da die Betreiber ohnehin einer täglichen Informationsflut gegenüberstehen.“

Weitere Komentare zur Studie bei weinverkostungen.de, die frühere Studie selbst gibt es hier. Leider gibt keinen Link auf die aktuelle Studie – mir wurde sie per Email zugeschickt.

Die vorher gehende Studie war übrigens in der einem Artikel in der taz grob verfälscht worden, so die Autoren im Vorwort. Daher ist sie nun frei im Internet zu finden…

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