Feb 08
Weinrallye

Weinrallye

Steffen Christmann beschäftigt sich nicht nur mit biodynamischem Anbau und produziert dabei ganz vorzügliche Weine, sondern ist auch Vorsitzender des VDP. Auf der Website des VDP kann man nachlesen, dass er nicht nur “das Eliteversprechen der Prädikatsweingüter im deutschen Weinbau durch zeitgemäße Qualitätsstandards  präzisieren” will, sondern auch folgendes: “Hoch oben auf der Prioritätenliste steht bei Christmann weiter, die Mitgliedsbetriebe für Nachhaltigkeit im Weinbau und den schonenden Umgang mit der Schöpfung zu sensibilisieren.” Es freut mich daher sehr, dass er sich die Zeit genommen hat, für die nächste Weinrallye ebenfalls seine Definition des Begriffs “Naturwein” abzugeben:

“Für mich ist Naturwein ein natürlicher Wein, der einem Weinberg entstammt, der in völliger Harmonie mit seinem Boden, Kleinklima und der örtlichen Pflanzenwelt wächst. Ein solcher Weinberg ist nach meiner persönlichen Überzeugung zumindest ökologisch oder gar biodynamisch bewirtschaftet.
Naturwein ist für mich aber auch immer noch der aus frischen Trauben ohne Zusätze gewonnen Wein, wie dies Ludwig von Bassermann-Jordan 1907 definiert hat. Also natürlich auch der Wein, der aus bestens ausgelesenen Trauben mit seiner eigenen Hefe ohne chemisch-synthetische Schönungsmittel entsteht.”

Am Mittwoch, den 17. Februar ist jede und jeder Leser herzlich eingeladen, eine eigene Definition des Begriffs Naturwein abzugeben, möglichst mit der Verkostung der praktischen Umsetzung eines Naturweins in der Flasche! Die Beiträge können im eigenen Blog veröffentlicht werden – dann bitte kurze Email an mich oder Kommentar hier im Blog. Wer kein Blog führt, dessen Beitrag veröffentliche ich gerne hier auf meinem Blog als Gastbeitrag. Regeln zur Weinrallye wie immer beim Winzerblog.

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Feb 05

Hendrik Thoma dürfte den meisten meiner Leser ein Begriff sein. Hendrik  ist gelernter Koch, einer von weltweit nur 160 “Master-Sommeliers”, war lange im renommierten Hamburger Hotel Jacob tätig, ist bekannt als Weinautor, durch Kochshows im TV, und nun ist er schon eine Weile sehr aktiv im WeinWeb.

Daher hat mich natürlich interessiert, was er zum Thema “Naturwein” zu sagen hat – hier sein Statement, standesgemäss via Video:

Weinrallye

Weinrallye

In diesem Zusammenhang möchte ich noch mal auf die Weinrallye #30 aufmerksam machen: am Mittwoch, den 17. Februar ist jede und jeder herzlich eingeladen, eine eigene Definition des Begriffs Naturwein abzugeben, möglichst mit der Verkostung der praktischen Umsetzung eines Naturweins in der Flasche! Die Beiträge können im eigenen Blog veröffentlicht werden – dann bitte kurze Email an mich oder Kommentar hier im Blog. Wer kein Blog führt, dessen Beitrag veröffentliche ich gerne hier auf meinem Blog als Gastbeitrag. Regeln zur Weinrallye wie immer beim Winzerblog.

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Feb 03
Weinrallye

Weinrallye

Naturwein heisst das Thema der nächsten Weinrallye – und es scheint zur rechten Zeit zu kommen: an einigen Stellen wurde es gleich aufgegriffen, und es entspinnen sich Diskussionen. Im Weinforum, das sich an Weinprofis  (sprich: Menschen, die beruflich mit Wein zu tun haben) richtet, und erst kürzlich von Thomas Lippert gegründet wurde, sind durchaus konträre Positionen zu lesen:

“[...] wie produziert man so etwas? Spontangärung, keine Schönung, kein Schwefel ist eh alles klar [...]“

Und – die Antwort darauf:

“Wenn das Deine Definition ist, bitte sehr, ich muß es ja nicht trinken.”

Und wieder:

“Was derzeit in unseren Weinkellern abgeht ist doch nur noch gekühlter Mainstream der überall gleich fruchtig schmeckt.”

Die ganze (lesenswerte) Diskussion findet sich in diesem Thread des Weinforums. Auch Thomas Günther greift in seinem Blog weinverkostungen.de das Thema auf:

“Wein ist immer ein Produkt menschlicher Kultivierung und Bearbeitung von Natur. Von daher bleibt die Frage offen: Was ist Naturwein?”

Auch auf Twitter ist das Thema zu finden. Dabei wurde es ja schon vor Jahren diskutiert. Eine Definition beispielsweise hat Pivu schon 2004 im Forum taw abgegeben:

“Was sind die Mindestkriterien für einen Naturwein? Biodynamik im Weingarten, lange Standzeiten, Spontanvergärung, lange Reifephase, schonende Verarbeitung, kaum Eingriffe im Keller. Anders ausgedrückt bewusstes Eingehen von Risiko statt reduktivem 0815-winemaking à la Geisenheim. Extreme Vertreter nutzen sogar Amphoren statt Holz oder Edelstahl und verzichten auch beim Weisswein auf jegliche Schwefelung.”

Ich bin gespannt, was noch kommt. Viele, gern auch konträre Definitionen – und deren Umsetzung in Wein  – erhoffe ich mir zum Weinrallye-Termin am 17.2.! Jede und jeder kann mit machen; wer kein eigenes Blog hat, schickt mir seinen Beitrag per Email; ich veröffentliche ihn gerne als Gast-Beitrag hier. Regeln zur Weinrallye wie immer beim Winzerblog.

Übrigens: mein Naturwein ist heute per Post gekommen: so sieht er aus!

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Feb 01

Philipp Wittmann ist Vorsitzender des VDP Rheinhessen und als Winzer bekannt für seine hervorragenden, biodynamisch erzeugten Weine. Auf die Frage, was für ihn ein Naturwein sei, antwortete er:

“Ich finde, dass NATURWEIN heute nicht mehr mit der Definition von vor 1971 gleichzusetzen ist, dafür hat sich einfach viel zu viel verändert in der Weinwelt, bzw ist die industrielle Produktion eben wahnsinnig fortgeschritten. NATURWEIN ist für mich heute unter kontrolliert biologischen oder biodynamischen Gesichtspunkten erzeugt, natürlicher Anbau im Weinberg und natürlicher Ausbau im Keller sind hierfür die Grundlage, Verzicht auf jegliche chemisch – synthetischen Pflanzenschutzmittel und Mineraldünger gehören genauso dazu, wie der Verzicht auf die Chaptalisierung und dem Zusatz synthetischer Schönungsmittel.”

Die Weinrallye zum Thema Naturwein findet am 17. Februar statt – und ich hoffe auf viele weitere Definitionen des Begriffs!

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Jan 27
Weinrallye

Weinrallye

Jetzt wird’s aber Zeit! Zeit, die nunmehr 30. Weinrallye auszurufen – das ist bereits die zweite Weinrallye, bei der ich den Gastgeber spielen darf. Das erste Mal, dass ich Gastgeber war, war bei der dritten Weinrallye – das ist inzwischen eine ganze Weile her…

Das Thema dieser 30. Weinrallye soll also “Naturwein” sein. Was ist eigentlich Naturwein? Genau das gilt es herauszufinden. Wer nach dem Begriff “Naturwein” googelt, bekommt höchst unterschiedliche Ergebnisse. Nach dem Weingesetz war die Bezeichnung Naturwein bis 1971 zulässig – für einen nicht mit Zucker angereicherten Wein; heute ist für viele Natur das gleiche wie “Öko” – so wird  Naturwein oft einfach mit einem Biowein gleich gesetzt. Andere wieder meinen damit einen Wein, der im Keller so wenig wie möglich manipuliert wurde – oder einen Wein, dessen Trauben biodynamisch angebaut wurden.

Gerade heute morgen wurde auf Twitter ein passender Link gepostet (danke @winzerblog!) – das meinen diese Herren zum Thema Naturwein (engl.):

(via Bibendum Times)

Also: was ist Eure/Ihre Definition von Naturwein? Wie schon bei der letzten Weinrallye (Schweizer Wein) sind die entsprechenden Weine vielleicht nicht ganz einfach zu besorgen – aber einfach ist es, an der Weinrallye teilzunehmen! Jeder Teilnehmer veröffentlicht seinen Beitrag am Mittwoch, den 17. Februar auf seinem Blog. Wer kein eigenes Blog schreibt, kann mir gerne seinen Beitrag per Email senden – ich veröffentliche ihn dann als Gastbeitrag hier. Das ausführliche Regelwerk gibt es nach wie vor beim Winzerblog.

Ich freue mich auf Eure/Ihre Beiträge zum Thema Naturwein – vielleicht kommen wir ja gemeinsam zu einer neuen Definition des Begriffs. Und gespannt bin ich natürlich auch auf die besprochenen Weine!

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Jan 24

Stefan Schwytz brachte in seinem Blog “Baccantus” die Idee auf: den Menschen in Haiti muss geholfen werden; warum sollten nicht die Weinhändler, die im “WeinWeb” aktiv sind, ein Probierpaket zusammen stellen,  von dem ein gewisser Prozentsatz als Spende nach Haiti geht – der Käufer des Pakets sollte da noch mal etwas oben drauf legen.

Mit dieser Idee musste ich mich auseinander setzen; schliesslich bewege ich mich seit Jahren im WeinWeb und bin in einem sozial und ökologisch engagierten Unternehmen, das mit Wein handelt, beschäftigt. Mit der Idee “WeinWeb für Haiti” hatte ich aber meine Bauchschmerzen: für mich ist das eine unschöne Vermischung von Gewinn-Interesse und Spendenwilligkeit. Als Konsument stellt sich mir dabei die Frage: beteiligt sich ein Unternehmen an der Aktion, um neue Kunden zu gewinnen und mehr Wein zu verkaufen? Oder steht tatsächlich der gute Zweck im Vordergrund? Und wenn das so ist, warum nicht einfach direkt zur Spende aufrufen?

Ich möchte jetzt keinem der teilnehmenden Weingüter oder Weinhändler unterstellen, unter dem Deckmantel der Nächstenliebe Neukundengewinnung zu betreiben; ich kenne die Beteiligten und weiss, dass sie Gutes tun wollen. Trotzdem – meine persönliche Einstellung ist: wenn ich Wein kaufe, dann kaufe ich Wein. Und wenn ich für etwas spenden möchte, dann spende ich. Und nicht beides zusammen.

Natürlich haben wir die Aktion auch intern bei Delinat diskutiert: Delinat positioniert sich nicht nur als ökologisches, sondern auch als sozial fortschrittliches Unternehmen. Müssten wir da nicht teilnehmen an einer solchen Aktion (die natürlich immer auch öffentlichkeitswirksam ist)? Nein.

Erst im Gespräch mit Gründer Karl Schefer erfuhr ich, dass Delinat vor einigen Jahren noch jedem Mitarbeiter und jeder Mitarbeiterin 1000 Franken pro Jahr zur Verfügung gestellt hatte, die diese dann nach eigenem Gutdünken an soziale Organisationen verteilen konnten. Diese Regelung gibt es heute nicht mehr – denn  inzwischen gehen immerhin 1% des Umsatzes an eine gemeinnützige Stiftung, das Delinat-Institut. Dort wird Ökologieforschung betrieben – was der Menschheit dann auf andere Weise zu Gute kommen kann. Das ist die Kern-Kompetenz von Delinat, und da können wir sinnvoll etwas bewirken.

Sicher muss man den Menschen in Haiti, im Senegal und an vielen anderen Orten der Erde helfen; Spendenaufrufe gibt es zur Zeit genügend, so dass jeder sein Geld an die entsprechenden Stellen verteilen kann.

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Jan 13
Das Ithaka-Projekt - Mythopia Weingut im Wallis

Das Ithaka-Projekt: Weinberg im Wallis

Ich merke es gerade, meine Posting-Frequenz lässt zu wünschen übrig – da muss schon eine Weinrallye daher kommen, damit ich meinen ersten Blog-Artikel in diesem Jahr schreibe… Aber jetzt:

Schweizer Weine heisst das Thema, vorgegeben von lamiacucina-Robert, dessen Blog ich immer mit Vergnügen lese – und dabei hoffe, irgendwann auch einmal so viel Zeit zu haben, um so viele Gerichte mit Hingabe und Liebe zu kochen wie Robert; nur die wunderschönen Fotos – die würde ich auch mit noch so viel Zeit nicht hinkriegen: allein die Fotos machen das Lesen seines Blogs lohnenswert!

Aber zurück zum Thema: Schweizer Weine sind in Deutschland zwar schwer zu bekommen (nur 1% der Schweizer Weinproduktion werden überhaupt exportiert) – aber für mich war das natürlich eine Steilvorlage: seit Herbst letzten Jahres fahre ich regelmässig in die Schweiz, mein neuer Arbeitgeber ist Pionier, was Biowein angeht, und im Spätherbst durfte ich einige wunderschöne Tage im Wallis auf dem Delinat-Versuchsweingut verbringen.

Beste Voraussetzungen also, sollte man meinen. Tatsächlich sind aber (zumindest für den Export) im Delinat-Onlineshop nur zwei Weine aus der Schweiz erhältlich (im Schweizer Shop sind es ein paar mehr). Aber gut, da ich diese beiden noch nicht verkostet hatte, habe ich sie mir schnell kommen lassen. Gestern Abend bereits hatte ich den ersten geöffnet – und las heute nachmittag bei Roberts erstem Statusbericht von der Weinrallye: Frau Kochlöffel bestellt regelmässig bei Delinat, und hat genau die gleichen Weine für die Weinrallye vorgesehen wie ich!

2008 Solaris, Cultiva Bioweingut

Solaris Amabile 2008 - Bio-Weingut Cultiva

Aber halb so schlimm: sie hatte nur einen davon geöffnet, einen Gamay: La Devinière Gamay Satigny AOC 2008. Für diesen Wein verweise ich also einfach auf ihren Bericht, denn ich hatte gestern Abend den anderen geöffnet: 2008 Solaris Amabile, vom Cultiva Bio-Weingut. Auch wenn ich das strenge Auswahlverfahren bei Delinat mittlerweile kenne, so habe ich mir doch nicht allzu viel erwartet von diesem Wein, denn – so muss ich gestehen – ich habe ein Vorurteil gegenüber Piwi-Rebsorten (pilzwiderstandsfähige Rebsorten). Und wurde positiv überrascht: goldgelb in der Farbe, in der Nase ein ganzer Cocktail von exotischen Früchten, eine wunderbare Spannung zwischen Süße und Säure am Gaumen. Kein wahnsinnig komplexer Wein, aber einer der richtig Spass macht. So lasse ich mir die Piwis gefallen!

Ich wunderte mich dann auch nicht mehr, als ich vom Kollegen Dominik “Ecowein” Vombach diese Geschichte erfuhr: in Kooperation mit dem FiBL (Forschungsinstitut für biologischen Landbau) war ein Markttest durchgeführt worden; Weine aus konventionellen und Piwi-Rebsorten waren von Delinat-Kunden blind verkostet worden. Ergebnis: der Solaris schnitt als einer der besten Weissweine ab – trifft also offensichtlich nicht nur meinen Geschmack.

Kurze Recherche zum Weingut erbrachte: Cultiva gehört zu den ersten Biowein-Erzeugern in der Schweiz, arbeitet nach Demeter-Richtlinien und verzichtet u.a. auch auf Kupfer und Schwefel! Passt also. Ich bin neugierig geworden auf das Weingut und die weiteren (Piwi-)Weine. Danke also, Robert, für das Thema dieser Weinrallye!

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Dez 15

… ist vielleicht übertrieben, aber leichtfertiges Umgehen mit dem Content anderer: so kann man es wohl ausdrücken. Im Tvino Posterous Blog werden gerne mal die Beiträge anderer hergenommen: nicht nur mit einem kurzen Zitat und einem Kommentar, sondern in voller Länge, wenn auch mit Quellenangabe.

Bemerkt hatte ich diese Praxis schon vor einigen Wochen: “5 must-have iphone apps for wine lovers” hiess der Artikel und ich wunderte mich zunächst, warum das Tvino Team jetzt englisch schreibt – aber ganz unten, unter dem Artikel, kam dann die Quellenangabe…

Nun hat dieses Vorgehen (mindestens) zwei Bloggerkollegen erzürnt: Theo Huesmann von gumia.de und Bernhard Fiedler waren auch in voller Länge gewürdigt worden, Bernhard sogar auf drei (!) verschiedenen Plattformen! Lieber Hendrik, du redest immer von Web 2.0, und dass das viel besser ist, ehrlicher; du stürzt dich mit Elan in die Web 2.0 Szene (was ich gut finde!) und bemühst dich um Transparenz: wie passiert dann so ein Faux Pas? Es ist ein offenes Geheimnis, dass du dein Blog nicht selbst schreibst – aber du musst doch dein Team im Griff haben!? Du schreibst doch deine Postings selbst!

Gestern am späten Abend gab es auf Twitter noch eine kurze Diskussion darüber – hier kann man das nachlesen. Es ist übrigens nicht so, dass Posterous zum Content-Klau zwingt, wie dort angenommen wurde: man kann zitieren, und beim Kommentieren noch mal auf den Autor verweisen – so wie ich es z.B. vor wenigen Minuten in meinem Posterous gemacht habe…

Update: Weitere Aufregung bei Vinissimus und Originalverkorkt.

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Dez 14

Hier wieder einige Links zu Artikeln, die ich in letzter Zeit lesenswert fand:

Wollen wir in so einer Welt leben? fragt Sachar Kriwoj – und diskutiert, wie wir uns in der virtuell vernetzten und in der realen Welt verhalten. Unbedingt lesen – und drüber nachdenken! Eine konkrete Anregung zu handeln gibt es auch.

Joachim Ott hat EU-Crowdsourcing entdeckt: von drei dürftigen Alternativen für das neue EU-Bio-Logo darf man eine wählen. Wenn man will…

Weinmacher und Bloggwart Würtz fragt “Alles biodynamisch oder was?” und konstatiert, dass viele Winzer allein aus Marketing-Erwägungen auf diesen Zug aufspringen. Biodynamisch zu wirtschaften und zu produzieren sei eine Lebenseinstellung und kein Modetrend. Recht hat er.

Peer F. Holm hat die Weine für den Weinpreis der nächsten Biofach verkostet. Hier sein Fazit.

Einen interessanten Wein Onlineshop in GB hat Robert McIntosh entdeckt: Find Wine with Style. Tolles Konzept!

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Dez 13

Vom 5. bis 7. Dezember waren auf Einladung von Slow Food in Florenz über 500 Winzer aus ganz Europa zusammen gekommen, um über ökologische, soziale und wirtschaftliche Nachhaltigkeit des Weinbaus, sowie die Qualität der europäischen Weinproduktion zu diskutieren. Dieses Treffen, genannt “Vignerons d’Europe”, sollte der Vernetzung der Winzer dienen, die sich gemeinsam für einen nachhaltigeren Weinbau einsetzen wollen. Eine Gelegenheit zum Austausch von Ansichten und praktischen Erfahrungen zur Verbesserung des europäischen Qualitätsweinbaus. Auch den Konsumenten sollten die Problematiken des heutigen Weinbaus aufgezeigt werden – und die Wege zu Alternativen.

Nach vielen Diskussionen wurde ein Manifest erarbeitet, das es in sich hat: es nimmt nicht nur den Winzer in die Verantwortung, sondern fordert auch von der EU-Bürokratie Regelungen, die nicht nur der Industrie dienen. Es setzt sich ein nicht nur für lebendigen und authentischen Wein, sondern auch für Biodiversität im Weinberg. Grundlage dafür könnte die “Charta für Biodiversität” werden, die im Delinat-Institut erarbeitet wurde und in Florenz von den Winzern offensichtlich mit Begeisterung aufgenommen wurde. Spannend – denn diese wird zur Grundlage der neuen Delinat-Biorichtlinien werden…

Und fast noch spannender: im Manifest wird nicht nur der Winzer in die Pflicht genommen, sondern auch der Verbraucher: “Der Winzer sieht den Verbraucher als seinen Koproduzenten.” Das bedeutet, der Verbraucher steht dem Winzer zur Seite, nicht nur im Konsumieren des Weines, sondern auch im Entstehungsprozess, mit Feedback, mit Anregungen, auch als Kontrolleur, ob ein Wein tatsächlich so entsteht, wie der Produzent das vorgibt. Der Verbraucher also als Partner des Produzenten – denn auch der Verbraucher ist dafür verantwortlich, wie Weine produziert und verkauft werden!

Und wie kann dieser Austausch, diese Kommunikation realisiert werden? Klar, hier bietet das so genannte Social Web alle Möglichkeiten… Ist das machbar? Oder ist das nur eine Utopie? Hier würde ich die Meinung von mit lesenden Weinmachern und Weinliebhabern sehr interessieren!

Winzertreffen im Palazzo Vecchio in Florenz

Vorstellung des Manifests im Palazzo Vecchio in Florenz - Foto aus dem Ithaka-Journal

Hier das Manifest im Wortlaut:

Manifesto dei “Vignerons d’Europe 2009”

Die Arbeiten im Weinberg, im Keller und im Verkauf liegen in der Hand des Winzers.

Der Winzer produziert lebendige, genussvolle Weine. Sie sind die Frucht seines Terroirs, seinere Leidenschaft und des authentischen Ausdrucks einer Tradition.

Der Winzer sieht den Verbraucher als seinen Koproduzenten.

Der Winzer bewahrt und gestaltet die Landschaft, indem er die Biodiversität bereichert und die Kulturgeschichte seines Weinbergs respektiert und fortschreibt.

Der Winzer übernimmt die Verantwortung für die Erhaltung und Förderung der Bodenfruchtbarkeit sowie für die Harmonie des Ökosystems Weinberg.

Der Winzer setzt sich zum Schutz der Lebewesen für den Verzicht auf Kunstdünger, synthetische Pflanzenschutzmittel und gentechnisch veränderte Organismen ein.

Der Winzer geht bewusst mit seinen Grenzen um und sucht in all seinem Tun das Optimum, nicht das Maximum.

Der Winzer übernimmt die Verantwortung für sein Tun. Er handelt aus Respekt vor der Umwelt und vor der Gesundheit des Konsumenten sowie der Bewohner seiner Region und der Erde überhaupt.

Der Winzer bemüht sich um den Aufbau von lokalen und weltweiten Netzwerken mit anderen Winzern, Landwirten, Lebensmittelproduzenten, Köchen, Universitäten und Forschungseinrichtungen sowie Lehrern und der Bevölkerung.

Der Winzer arbeitet transparent: er sagt, was er tut und er tut, was er sagt.

Die in Florenz versammelten Vignerons d’Europe fordern die nationalen und europäischen Behörden auf, nicht durch bürokratische Hürden und eher für die Industrie geeignete Regelungen die Arbeit und die Besonderheit der europäischen Winzer zu behindern.

Weitere Artikel dazu gibt es hier:

Vignerons d’Europe
Winzermanifest vom Weindeuter
Manifest – Ziele und Absichten europäischer Winzer von Willis Wein Idee
Florenz Connection: Annahme eines „Manifest der Winzer Europa“ bei Yoopress
Manifest der Winzer Europas im Ithaka Journal
Europe’s small winemakers unite to save their industry bei DW-World

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